Visualisierung Lagarde Kaserne
Die Lagarde-Kaserne in Bamberg wird im Rahmen eines Konzeptverfahrens geplant. Die Planungsbüros Pesch Partner Architekten und Morpho-Logic sind die Sieger des dialogorientierten planerischen Wettbewerbs. (Quelle: Pesch)

2020-07-10T00:00:00Z Mehr Konzept, weniger Preis

Um den Bau bezahlbarer Wohnungen anzukurbeln, gehen immer mehr Kommunen den Weg, ihr rares Bauland an Investoren mit den besten Ideen statt mit der dicksten Brieftasche zu vergeben. Damit ein solches Konzeptverfahren zum gewünschten Ergebnis führt, braucht es aber mehr als nur eine gute Idee und ein Grundstück. Von Jörn Pestlin

Nicht nur die über 77.000 Unterstützer des Volksbegehrens "Deutsche Wohnen & Co enteignen" haben den Glauben daran verloren, dass die Kräfte des freien Marktes die Probleme des Wohnungsmarktes zu lösen vermögen. Auch die sozialistischer Umtriebe unverdächtige Baulandkommission hat mit ihren im Sommer 2019 vorgelegten Empfehlungen zur Bodenpolitik der reinen Lehre der Marktwirtschaft zumindest die Gelbe Karte gezeigt. Konzept statt Höchstpreis lautet das Plädoyer der Expertenkommission: Qualitativ ausgerichtete Vergabeverfahren sollten stärker als Steuerungsinstrument eingesetzt werden.

Die Empfehlung der Kommission scheint gehört zu werden. Das in den 1990er Jahren in Tübingen zur Förderung gemeinschaftlicher Wohnprojekte entwickelte und von Hamburg, München, Hannover, Münster und einigen anderen Städten adaptierte Verfahren findet immer mehr Anhänger, die so vor allem den Bau bezahlbaren Wohnraums ankurbeln wollen. Erst kürzlich haben die baden-württembergische Gemeinde Binzen sowie die Städte Augsburg und Wiesbaden angekündigt, kommunales Bauland nicht mehr ausschließlich zum Höchstpreis verkaufen zu wollen. Leipzig geht noch einen Schritt weiter: Ende November 2018 hatte die Stadt drei Grundstücke ausgeschrieben, die per Erbbaurecht zum Festpreis vergeben werden sollten – unter der Maßgabe, dass dort 100 Prozent Sozialwohnungen zu bauen sind.

Konzeptvergaben – vor allem im größeren Rahmen – sind aber keine Selbstläufer. Um die angestrebten wohnungspolitischen, ökologischen und städtebaulichen Ziele erreichen zu können,brauche es Personal, Know-how und Geld, meint Harald Lang, Leiter des Amtes Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement im Bamberger Rathaus. „Ohne eine gesondert agierende Verwaltungseinheit kann ein derartiges Verfahren...

Weiterlesen mit einem immobilienmanager Magazin Abo.

Unser digitales Abonnement bietet Ihnen Zugang zu allen exklusiven Artikeln auf immobilienmanager.de.
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Sie haben Ihre Zugangsdaten vergessen? Hier Zugangsdaten anfordern.

zuletzt editiert am 25. Mai 2023
Newsletter