Die Margen bei Bestandsfinanzierungen fallen in den vergangenen fünf Jahren um 62,8 Basispunkte und bei Projektentwicklungen um 45 Basispunkte.
Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern verbessert sich moderat, bleibt aber insgesamt leicht eingetrübt. Das BF.Quartalsbarometer steigt im vierten Quartal 2018 um +0,49 Punkte gegenüber dem vorherigen Quartal und erreicht -0,43 Zähler. Damit liegt der Barometerwert knapp unter dem Nullwert, der einen ausgeglichenen Finanzierungsmarkt signalisiert.
Trotz der leichten Erholung des Barometerwerts leiden die Finanzierer unter extrem niedrigen Margen – dies betrifft sowohl Bestands- als auch Projektentwicklungsfinanzierungen. Vor allem die Margen im Bestand sinken seit Jahren kontinuierlich und erreichen im vierten Quartal 2018 den tiefsten Stand seit Erhebung des Barometers. Sie fielen zwischen vierten Quartal 2013 und vierten Quartal 2018 um 62,8 Basispunkte auf 122 (viertes Quartal 2013: 184,8 Basispunkte). Die durchschnittlichen Margen bei Projektentwicklungen sind im gleichen Zeitraum um 45 Basispunkte auf 198 Punkte im vierten Quartal 2018 gefallen (viertes Quartal 2013: 243 Basispunkte). Im Vergleich zum Q3 2018 betrug der Rückgang bei Bestandsfinanzierungen -9 Basispunkte und bei der Finanzierung von Projektentwicklungen -4 Basispunkte.
Neugeschäft besser und mehr größere Finanzierungen
Abgesehen von den Niedrigst-Margen gibt es jedoch auch positive Ergebnisse der Erhebung, die zur Verbesserung des Barometerwertes geführt haben. Wieder mehr Institute (38,2 Prozent) stuften die Neugeschäftsentwicklung als „neuerdings ansteigend“ oder „unverändert ansteigend“ ein (+5,9 Prozentpunkte). Außerdem reichen die Banken wieder verstärkt größere Finanzierungen aus, was sich ebenfalls positiv auf das Barometer auswirkt. So gewannen die Finanzierungen mit Volumina zwischen 50 und 100 Mio. Euro 4,2 Prozentpunkte hinzu und stellten im vierten Quartal 23,5 Prozent aller neuen Finanzierungen. Auch der Anteil der ganz großen Finanzierungen (mehr als 100 Millionen Euro) nahm leicht zu (+2,9 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent). Ein weiterer Grund für die Erholung des Barometers ist die positivere Einschätzung der Refinanzierungskosten. Nur noch rund ein Viertel der Befragten gab an, dass die Refinanzierungsaufschläge steigen (-5,0 Prozentpunkte gegenüber drittem Quartal 2018).
Die BF.direkt AG, der Spezialist für die Finanzierung von Immobilienprojekten, veröffentlicht vierteljährlich das BF.Quartalsbarometer, das durch die Bulwiengesa AG erarbeitet wird. Der Index gibt die Stimmung und das Geschäftsklima der Immobilienfinanzierer in Deutschland umfassend wieder. Der Quartalsbarometerwert wird aus verschiedenen Einzelwerten errechnet.