IWIP sieht für 2019 Steigerung um 3,1 Prozent / Vermietungsumsatz im ersten Quartal 2020 gesunken.
Die Anlageklasse Industrieimmobilien hat sich endgültig zu einer festen und auch krisenresistenten Größe am Markt etabliert. Dies belegen die Mietpreissteigerungen des gemeinsam von dem Wirtschaftsforschungsinstitut IW Köln und dem Beratungsunternehmen Industrial Port veröffentlichten Industrieimmobilien-Mietpreis-Index (IWIP-Index). In die Betrachtung flossen mehr als 20.000 Gebäude ein – davon allein 4.500 im Betrachtungszeitraum 2019. Insgesamt elf Firmen stellen hierfür Stand heute ihre Daten zur Verfügung, um den Markt bestmöglich abzubilden und mehr Transparenz zu schaffen.
Der Gesamtindex ist gegenüber dem Vorjahr nur noch um 3,1 Prozent gestiegen. Einzeln aufgeschlüsselt sind die Subindices für Lager um 2,2, für Logistik um 1,0 und für Produktion um 14,6 Prozent höher als 2018. Regional und je nach Gebäudeausstattung lassen sich große Unterschiede feststellen. „Vor allem für Kleinflächen bis rund 1.000 Quadratmetern in den urbanen Zentren sowie bei der Last-Mile-Logistik, die als letztes Glied in der Zustellkette zum Endkunden dienen, haben wir für 2019 und bis ins erste Quartal 2020 kräftig steigende Mieten beobachten können“, erläutert Jan Stemshorn, Director und Teamleader Industrial Agency des unterstützenden Immobilienberaters Savills aus Köln.
Zur Statistik: Insgesamt haben folgende elf Unternehmen Daten für die Erhebung des IWIP geliefert: Aengevelt, Aquila, Argetra, Beos, BNP Paribas Real Estate, Engel & Völkers Commercial, Immowert AG, Palmira Capital Partners, Savills, TÜV SÜD ImmoWert sowie Wüest Partner Deutschland. Die komplette Fläche an Logistik-, Lager- und Produktionshallen, die im IWIP abgebildet ist, erhöhte sich auf um rund 38 Millionen Quadratmeter auf 188 Millionen Quadratmeter Hallenfläche in ganz Deutschland.
Flächenumsatz im ersten Quartal 2020 gesunken
Im ersten Quartal 2020 wurde am deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ein Flächenumsatz von rund 1,33 Millionen Quadratmetern verzeichnet. Damit bewegt sich der Jahresanfang zwar 15,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals, jedoch gleichzeitig vier Prozent beziehungsweise 9,3 Prozent über dem entsprechenden Fünf- und Zehnjahresdurchschnitt für die ersten Quartale. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.
„Hinsichtlich der Dynamik hatten wir einen soliden Jahresstart am Industrie- und Logistikimmobilienmarkt“, sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. „Zwar gibt es kurzfristig einen Anstieg der Nachfrage nach temporär anmietbaren Logistikflächen, da Supermärkte und Discounter stärkere Umsätze verzeichnen und deswegen Pufferlager benötigen und die Lieferanten von geschlossenen Geschäften ihre Waren zwischenlagern müssen. Ein Beispiel dafür ist ein Kontraktlogistiker, der für einen großen Händler in Hamburg 28.000 Quadratmeter für sechs Monate angemietet hat. Allerdings dürfte dieser Bedarf nur vorübergehend sein und hat bisher nur zu wenigen Mietvertragsabschlüssen geführt.“
Wichtigste Nachfragebranche im ersten Quartal war der Handel inklusive des Onlinehandels. Hier stieg der Flächenumsatz um 22 Prozent auf 600.000 Quadratmeter. Sowohl bei Unternehmen aus der Produktion wie auch bei Logistikdienstleistern ging die Anmietung beziehungsweise die Selbstnutzung neuer Flächen deutlich zurück. Bei Produktionsunternehmen um 42 Prozent auf 270.000 Quadratmeter und bei Logistikdienstleistern um 48 Prozent auf 290.000 Quadratmeter.