Laufbänder mit Paketen
Auch an Logistikimmobilien geht die Krise nicht vorbei (Quelle: DHL)

Standorte & Märkte

2. November 2022 | Teilen auf:

Logistikflächenumsatz stagniert

Logistik hat sich in der Krise bisher als resilient erwiesen. Pandemie und wachender Onlinehandel begünstigten die Assetklasse in besonderem Maße. Früher als Nische, ist Logistik mittlerweile auch in den Portfolien vieler Investoren angekommen. JLL analysierte nun, dass auch bei Logistikflächen längst nicht mehr alles rund läuft.

Fast alles, was unser tägliches Leben beeinflusst, hat eines der eckigen Schuhkartons, genannt Logistikimmobilien, schon einmal von Innen gesehen. Kaum ein Autobahnkreuz hat keine Skyline mehr aus flächenverschlingenden Objekten, die Ursprung vieler, zumeist nächtlicher LKW-Kolonnen sind. Kein Wunder also, dass der Markt für Lager- und Logistikflächen in den letzten Jahren deutlich an Fahrt zugenommen hat. 6,68 Millionen Quadratmeter Flächenumsatz in den ersten neun Monaten registrierte JLL in diesem Jahr – ein erneuter Rekordumsatz, denn der bisherige Höchststand wurde um neun Prozent und der Fünfjahresschnitt um 25 Prozent übertroffen.

Allerdings zeigt sich am Logistikimmobilienmarkt, dass auch an diesem die Krise bei Projektentwicklungen nicht vorbei geht. Stark gestiegene Baukosten und ein aktuell schwer einzuschätzendes wirtschaftliches Umfeld sorgen dafür, so Sarina Schekahn, Head of Industrial Leasing bei JLL in Deutschland, dass der Vermietungsmarkt sich leicht abkühlt. Der Flächenumsatz im dritten Quartal lag mit 1,87 Millionen Quadratmetern deutlich unter dem der ersten beiden Quartale. Von Januar bis März wurden 2,39 Millionen Quadratmeter umgesetzt und von April bis Juni sogar 2,42 Millionen Quadratmeter.

Der Mangel an Flächen führt, lt. Schekahn dazu, dass die Spitzenmieten an allen untersuchten Standorten im zweistelligen Bereich zugelegt haben. Die stärksten Zuwächse verbuchten Berlin (plus 18 Prozent auf 6,50 Euro pro Quadratmeter und Monat) und Hamburg mit plus 15 Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Am teuersten mietet man in München mit 8,50 Euro pro Quadratmeter und Monat (plus 13 Prozent). Aufgrund der anhaltend hohen Nachfragen, geht JLL davon aus, dass die Spitzenmieten weiter steigen werden.

Außerhalb der großen fünf Standorte Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Düsseldorf ist übrigens das Ruhrgebiet die umsatzstärkste Region Deutschlands. Mit rund 482.000 Quadratmetern liegt das umgesetzte Volumen lt. JLL damit auf Vorjahresniveau. Auf Platz zwei folgt die thüringische Region Erfurt mit 383.000 Quadratmetern und Leipzig/Halle mit 298.000 Quadratmetern Flächenumsatz. Insgesamt wurden außerhalb der Top-5-Standorte 4,72 Millionen Quadratmeter Flächen umgesetzt (plus 9 Prozent gegenüber Vorjahresniveau).

zuletzt editiert am 16.11.2022