News 2018-07-26T00:00:00Z Logistikflächen auf Rekordkurs

Nie zuvor wurde auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen in den ersten sechs Monaten eines Jahres ein höheres Umsatzvolumen registriert. Die JLL-Zahlen im Detail.

Rund 3,38 Millionen Quadratmeter: Nie zuvor wurde auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen für Eigennutzer und Mieter in den ersten sechs Monaten ein höheres Umsatzvolumen registriert. Der entsprechende Vorjahreswert wurde um fünf Prozent übertroffen. Dazu haben mit einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr vor allem die Regionen außerhalb der Big 5 Ballungsräume beigetragen, das Umsatzvolumen in den fünf Ballungsräumen selbst zeigte sich leicht rückläufig.

Das Vermietungsvolumen bilanzierte bei 61 Prozent des Umsatzes und blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil. Die Umsätze durch Eigennutzer legten dagegen im Jahresvergleich um 20 Prozent zu. „Die insgesamt starke Umsatzentwicklung ist dem anhaltend stabilen Marktumfeld geschuldet. Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei unserer Prognose: das Flächenvolumen könnte zum Jahresende sogar in die Nähe von sieben Millionen Quadratmetern kommen. Ob das bisherige Rekordvolumen aus dem Jahr 2016 mit 6,7 Millionen Quadratmetern getoppt werden kann, bleibt abzuwarten“, so Frank Weber, Head of Industrial Agency JLL Germany.

Frankfurt mit höchstem Umsatz
Bei 941.000 Quadratmetern lag das Umsatzvolumen der ersten sechs Monate in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München, damit sechs Prozent unter dem Vorjahr, die fünf- bzw. zehnjährigen Mittelwerte sind damit leicht über- bzw. unterschritten (plus/minus drei Prozent).

Mit acht beziehungsweise neun Prozent höheren Umsatzvolumina gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 lagen die Regionen Frankfurt (327.000 Quadratmeter) und Hamburg (245.000 Quadratmeter) vorn. Vor allem Frankfurt profitierte von Großanmietungen jenseits der 20.000 Quadratmeter-Marke, drei der vier größten Abschlüsse in den Big 5 wurden hier gemeldet.

Stabil blieb das Umsatzvolumen im Jahresvergleich in der Region Düsseldorf, rückläufig in München (minus sechs Prozent), Berlin (minus 35 Prozent).

Insgesamt entfielen rund 36 Prozent des Umsatzes auf Unternehmen aus der Branche Transport, Verkehr, Lagerhaltung. Handelsunternehmen folgten mit 31 Prozent, der Anteil der Industrieunternehmen lag bei 19 Prozent.

Zwei von drei Quadratmetern in den Big 5 notierten durch Abschlüsse ab 5.000 Quadratmetern in der Umsatzstatistik, gleichzeitig wurden mit rund 340.000 Quadratmetern 54 Prozent des Umsatzes in dieser Größenkategorie in Neubauten bzw. Projektentwicklungen getätigt. „Die Nachfrage nach großen zusammenhängenden Grundstücksflächen hält unvermindert an. Die Projektentwickler gehen zunehmend dazu über, spekulative Neubauten zu errichten – eine relativ schnelle Vermietung kann angesichts der Nachfrage erwartet werden“, so Frank Weber. Und weiter: „Aufgrund der politisch oder planerisch motivierten Zurückhaltung bei der Ausweisung neuer Flächen für Logistiknutzungen steht allerdings zunehmend kein adäquates Angebot zur Verfügung.“

Im ersten Halbjahr 2018 wurden nur rund 330.000 Quadratmeter Lagerflächen fertig gestellt, davon waren 89.000 Quadratmeter zum Zeitpunkt der Fertigstellung noch frei verfügbar. Mitte 2018 befinden sich in den Big 5 rund 690.000 Quadratmeter im Bau - ein Viertel steht noch frei zur Verfügung.

Leichter Anstieg der Spitzenmieten in Hamburg und München
Die Spitzenmieten für Lagerflächen in der Größenordnung ab 5.000 Quadratmeter sind in den ersten sechs Monaten in München um fünf Cent auf 6,80 Euro/Quadratmeter/Monat und in Hamburg um zehn Cent auf 5,70 Euro/Quadratmeter/Monat gestiegen. Stabil zeigen sich die Regionen Frankfurt (6,00 Euro), Düsseldorf (5,40 Euro) und Berlin (5,00 Euro).

Eigennutzerumsätze legten außerhalb der Big 5 deutlich zu
Mit 2,44 Millionen Quadratmetern wurde außerhalb der Big 5 Ballungsräume nach 2016 (2,46 Millionen Quadratmetern) das zweitbeste Halbjahresergebnis erzielt. Der Vorjahreswert (Halbjahr 2017: 2,22 Millionen Quadratmeter) wurde um zehn Prozent übertroffen, der entsprechende zehnjährige Durchschnittswert um 35 Prozent. Während die Umsätze durch Vermietungen im Jahresvergleich stabil blieben, legten die Umsätze durch Eigennutzer deutlich zu (23 Prozent). Rund 80 Prozent aller Flächenumsätze wurden in Neubauten bzw. Projektentwicklungen registriert, darunter auch sechs der sieben größten Abschlüsse.

Insgesamt dominierten außerhalb der Big 5 mit rund 834.000 Quadratmetern Nutzer aus dem Bereich Transport, Verkehr, Lagerhaltung (34 Prozent) die Umsatzstatistik. Handelsunternehmen folgten mit rund 770.000 Quadratmeter (darunter rund 446.000 Quadratmeter aus dem E-Commerce-Bereich). „Dass der E-Commerce-Bereich weiterhin ein starker Antrieb für die Flächennachfrage ist und bleibt, steht außer Frage“, so Frank Weber. Auf Platz drei vereinen Industrieunternehmen 678.000 Quadratmeter auf sich.

Als umsatzstärkste Region außerhalb der Big 5 erweist sich das Ruhrgebiet mit rund 252.000 Quadratmetern, dicht gefolgt von der Region Erfurt. Sie profitiert von der XXXLutz-Ansiedlung aus dem ersten Quartal. Platz drei geht mit einigem Abstand an die Region Leipzig/Halle (rund 138.000 Quadratmeter). Über die Hälfte (54 Prozent) der Flächenumsätze wurden außerhalb der etablierten Logistikregionen getätigt.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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