So deutlich der Flächenumsatz deutschlandweit stieg, so stark ging er in den Top-5-Märkten zurück. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Minus von 17 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.
Das erste Halbjahr am deutschen Lager- und Logistikimmobilienmarkt war mit 3,4 Millionen umgesetzten Quadratmetern das stärkste seit Aufzeichnungsbeginn und übertraf das Vorjahresergebnis um 17 Prozent.
„Während es im mittleren Größensegment von 5.000 bis 10.000 Quadratmeter eine ähnlich hohe Anzahl an Deals gab, konnten in der Größenklasse ab 50.000 Quadratmetern acht Deals verzeichnet werden – sechs mehr als noch im Vorjahr“, sagt Armin Herrenschneider, Co-Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. Insgesamt wurden in diesem Flächensegment knapp 600.000 Quadratmeter umgesetzt und damit circa 485.000 Quadratmeter mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Vermietungen treiben den Flächenumsatz
„Der im ersten Halbjahr verzeichnete Anstieg des Flächenumsatzes ging vor allem auf Vermietungen zurück. Eigennutzer hingegen waren ähnlich aktiv wie im ersten Halbjahr 2017“, ergänzt Herrenschneider. Die von Eigennutzern umgesetzten Flächen stiegen leicht um zwei Prozent auf 1,2 Millionen Quadratmeter – die Vermietungsleistung erhöhte sich somit um 26 Prozent auf 2.2 Millionen Quadratmeter. Die in Neubauten umgesetzten Flächen stiegen um 17 Prozent auf 2.4 Millionen Quadratmeter – der Umsatz in Bestandsflächen lag somit bei rund eine Millionen Quadratmetern (plus 15 Prozent).
Flächenknappheit bremst Umsätze in den Top-5-Märkten
So deutlich der Flächenumsatz deutschlandweit stieg, so stark ging er in den Top-5-Märkten zurück. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hier knapp 870.000 Quadratmeter umgesetzt – ein Minus von 17 Prozent. Der Anteil von Neubauten in den Top-5-Standorten sank gegenüber dem Vorjahreswert um 13 Prozentpunkte auf 39 Prozent und beträgt 340.000 Quadratmeter.
Lagen außerhalb der Top-5-Standorte prägen den Flächenumsatz
Außerhalb der etablierten Märkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Rhein-Main, Hamburg und München stieg der Flächenumsatz auf 2,6 Millionen Quadratmeter (plus 35 Prozent gegenüber H1 2017), wobei der Umsatz in Neubauten um 38 Prozent auf 2,1 Millionen Quadratmeter stieg und der Umsatz von Eigennutzern um zwölf Prozent auf 1,1 Millionen Quadratmeter. Dabei wurden im ersten Halbjahr auch in vielen anderen klassischen Logistikmärkten, wie etwa dem Ruhrgebiet (minus 19 Prozent), Umsatzrückgänge verzeichnet. In den dezentralen Lagen außerhalb der von CBRE beobachteten 23 Logistikmärkten konnte hingegen gegenüber dem ersten Halbjahr des vergangenen Jahres fast eine Verdopplung des Flächenumsatzes auf nunmehr 1,3 Millionen Quadratmeter registriert werden.
Mieten im Aufwind
Aufgrund des Flächenmangels stieg die Spitzenmiete in den fünf Top-Standorten durchschnittlich binnen der vergangenen zwölf Monate zwischen zwei und drei Prozent. In München wurde eine weitere Mietpreissteigerung von knapp drei Prozent beobachtet. Mit sieben Euro pro Quadratmeter und Monat werden hier die höchsten Spitzenmieten Deutschlands aufgerufen.
Gutes Gesamtjahresergebnis zu erwarten – abhängig von politischen Entwicklungen
„Angesichts fehlender Grundstücks- und Bestandsflächen sowie längerer Umsetzungszeiten aufgrund mangelnder Baukapazitäten kann sich die Dynamik der Nachfrage nicht in jedem Fall in Deals umsetzen“, erklärt Koepke . „Im Gesamtjahr ist dennoch ein gutes Ergebnis über dem Niveau des Vorjahres von 6,5 bis 7,0 Millionen Quadratmeter zu erwarten. Das Jahresergebnis wird abhängig sein von einer möglichen Eintrübung der Konjunktur infolge protektionistischer Handelspolitik, Brexit-Erwartungen und folglich vorsichtigeren Entscheidungen. Allerdings wird der boomende E-Commerce die Nachfrage nach Logistikflächen jeder Größe weiter antreiben“, prognostiziert Koepke .