Der größte Anteil des Portfolios liegt in Wilhelmshaven. (Symbolbild: Projectimmobilien)
Der größte Anteil des Portfolios liegt in Wilhelmshaven. (Symbolbild: Projectimmobilien)

Investment

01. December 2021 | Teilen auf:

Großeinkauf: LEG investiert rund 1,6 Milliarden Euro

Die LEG hat den Kauf von 15.400 Wohnungen der Adler Group abgeschlossen und sichert sich zudem eine Kaufoption für weitere 12.000 Einheiten.

Die Meldung über den Ankauf der 15.400 Wohneinheiten wurde bereits im Oktober bekannt. Der regionale Schwerpunkt des angekauften Portfolios liegt in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. Die LEG will damit ihre Expansionsstrategie fortsetzen und die Marktpräsenz in Norddeutschland signifikant ausbauen.

Im Detail handelt es sich um 15.362 Wohn- und 185 Gewerbeeinheiten mit einer Gesamtmietfläche von rund 960.000 Quadratmeter. Das Portfolio generierte im Geschäftsjahr 2020 Mieteinnahmen von insgesamt rund 65,2 Millionen Euro (Ist-Miete). Die fünf größten Standorte beziehungsweise Standortcluster (in absteigender Reihenfolge) sind Wilhelmshaven, Ostfriesland, Wolfsburg, Göttingen und Braunschweig. Insgesamt liegen 90 Prozent der Wohnungen in Regionen, die bereits zum aktuellen LEG-Bestand in Norddeutschland zählen oder direkt daran anschließen.

Die weiteren Anteile des Portfolios befinden sich überwiegend in südostdeutschen Ballungszentren und werden schon bisher von einer externen Verwaltungsgesellschaft betreut. Aufgrund der geringeren regionalen Anbindung an den restlichen LEG-Bestand, plant das Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten hier rund 1.300 Einheiten zu veräußern.

Die Durchschnittsmiete für die erworbenen Objekte liegt bei 5,93 Euro pro Quadratmeter und damit im LEG-Zielsegment der Wohnungen für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen. Die Vermietungsquote liegt aktuell bei 94,1 Prozent. Der Übergang des Portfolios ist für den 29. Dezember 2021 geplant. Danach werden 20 Prozent des Gesamtbestandes des Unternehmens außerhalb des Heimatmarktes Nordrhein-Westfalen liegen.

Anteil von 31 Prozent an Brack Capital Properties (BCP) erworben

Zusätzlich erwarb die LEG einen Anteil von 31 Prozent an der Wohnimmobiliengesellschaft BCP, die ein Portfolio in Deutschland mit mehr als 12.000 Einheiten betreibt, davon 6,8 Prozent vom Mehrheitsaktionär Adler und weitere 24,1 Prozent von institutionellen Minderheitsaktionären, deren Transaktion von Brosh Capital Partners koordiniert wurde.

„Mit rund 166.000 Wohnungen bieten wir künftig einer halben Million Menschen in Deutschland ein Zuhause“, kommentiert LEG-CEO Lars von Lackum. „Unsere neuen Kundinnen und Kunden können sich darauf verlassen, dass wir gutes Wohnen zu fairen Preisen bieten und unserer gesellschaftlichen Verantwortung als bedeutender Vermieter nachkommen werden. Der zusätzliche Erwerb einer 31-prozentigen Beteiligung an BCP schafft weitere attraktive Wachstumsmöglichkeiten für die LEG.“

Durch den Erwerb von 31 Prozent an der BCP wird die LEG in einem ersten Schritt zum zweitgrößten Aktionär des Unternehmens. Weitere Anteile der BCP können über die Ausübung einer Call-Option bis zum 30. September 2022 von Adler zu einem Preis von 157 Euro je Aktie erworben werden. Dazu haben LEG und Adler mit Zustimmung der jeweiligen Gremien eine Verpflichtung zur Einlieferung von 63 Prozent der Anteile an BCP im Rahmen eines öffentlichen Erwerbsangebots der LEG für BCP geschlossen.

BCP ist ein niederländisches Wohnungsunternehmen mit einem Portfolio von 12.100 Einheiten in Deutschland, das sich vor allem in den LEG-Zielmärkten NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein befindet, sowie ein größeres Portfolio in der Stadt Leipzig umfasst. Die Transaktion folgt der LEG-Strategie, auf Asset-Ebene zu investieren und bietet dem Unternehmen weiteres erhebliches Wachstumspotenzial.

Transaktionspreise und Kaufpreise

Der Ankauf des Portfolios von der Adler Group erfolgt im Rahmen eines Share Deals über 100 Prozent der Anteile von insgesamt 13 Asset-Holding-Gesellschaften der Adler. Der Kaufpreis beläuft sich auf 1.291 Millionen Euro beziehungsweise rund 1.345 Euro je Quadratmeter. Dies entspricht einem Multiplikator von etwa 19,8x basierend auf den Ist-Mieten. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden. 

Der Gesamtkaufpreis für die 31-prozentige Beteiligung an BCP beläuft sich auf 328 Millionen Euro. Der Preis entspricht einem Abschlag von 4 Prozent auf den NAV (Net Asset Value) zum 30. September 2021. Als Finanzinvestition wird die LEG die Beteiligung nach der At-Equity-Methode bilanzieren. Die Kaufoption von Adler S.A. für weitere 63 Prozent der Anteile an BCP ist vom 1. Januar bis zum 30. September 2022 ausübbar.

Zur Finanzierung des Portfolioerwerbs hat die LEG eine Brückenfinanzierung abgeschlossen. Sie beabsichtigt derzeit, die Brückenfinanzierung durch eine Kombination aus Fremdkapitalinstrumenten und dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Einheiten zu refinanzieren. Der Erwerb der 31-prozentigen Beteiligung an BCP wird aus der vorhandenen Liquidität finanziert. Das Unternehmen hält weiterhin an einer konservativen Bilanzstruktur und an seinem LTV-Ziel von maximal 43 Prozent fest.

Die LEG passt ihre Prognose für das Jahr 2022 für den FFO I entsprechend an, um die Akquisitionen zu berücksichtigen, und erhöht die Bandbreite von bisher 450 bis 460 Millionen Euro auf 475 bis 490 Millionen Euro.

zuletzt editiert am 03.12.2021