Die Ära Merkel geht zu Ende. An die zukünftige Bundesregierung werden bereits Forderungen vonseiten der Immobilienwirtschaft laut. (Bild: Pixabay)
Die Ära Merkel geht zu Ende. An die zukünftige Bundesregierung werden bereits Forderungen vonseiten der Immobilienwirtschaft laut. (Bild: Pixabay)

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28. September 2021 | Teilen auf:

Kurskorrektur in der Wohnungspolitik nötig

IVD und BFW nach der Bundestagswahl mit ersten Forderungen an die zukünftige Bundesregierung.

Zum Ausgang der Bundestagswahl erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland IVD: „Unabhängig von allen Farbspielen denkbarer Koalitionsbildungen ist eines klar: Es muss eine Kurskorrektur in der Wohnungspolitik geben. Es ist an der Zeit, dass die Bau- und Wohnungspolitik sich wieder an den Sachthemen und Fakten orientiert. Welche Bedarfe haben wir? Was ist der Wille der Menschen in unserem Land? Wer benötigt Förderung? Wie lässt sich überbordende Bürokratie abbauen? Mit diesen Fragestellungen sollte sich ein eigenständiges Bauministerium auseinandersetzen – flankiert von einem autonomen Bauausschuss im Bundestag und einem durchsetzungsstarken  Bündnis aus Politik und Immobilienwirtschaft.“

Jürgen Michael Schick (Bild: Hoffotografen)

Schick unterstreicht, dass der IVD als Bindeglied zwischen Investoren, Eigentümern, Verkäufern und Käufern, Vermietern und Mietern für ein neues Bündnis bereitstehe. Aus Sicht des Verbandes sollte die zukünftige Bundesregierung vor allem drei Themenfelder in den Fokus nehmen:

  • Deutschland braucht einen bundesweiten Masterplan für unbürokratisches Bauen und Umbauen.
  • Die Förderung von Wohneigentum muss deutlich forciert werden.
  • Die Klimaschutzmaßnahmen müssen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verträglich für Mieter und Eigentümer in Einklang gebracht werden.

Zügige Regierungsbildung gefordert

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen drängt nach der Bundestagswahl auf eine zügige Regierungsbildung. „Dieses Land braucht eine stabile Regierung, und zwar schnell. Deshalb dürfen sich die Parteien jetzt nicht zu lange in Sondierungsverhandlungen verlieren. Die mittelständische Immobilienwirtschaft steht als Partner bereit, um über wirksame und effiziente Maßnahmen für bezahlbares Wohnen und Klimaschutz im Gebäudesektor zu diskutieren“, erklärte BFW-Präsident Andreas Ibel in Berlin. 

Andreas Ibel (Bild: BFW)

„Das Wahlkampfgetöse muss jetzt einer sachlichen Debatte weichen. Enteignungs-Fantasien und mehr Mietpreisregulierung haben auf Bundesebene keine Mehrheit“, so Ibel mit Blick auf das schwache Ergebnis der Linken. „Die Politik muss in der neuen Legislaturperiode die Rahmenbedingungen für mehr bezahlbares Wohnen in den Ballungsräumen schaffen. Denn in Regulierungen kann man nicht Wohnen“, ergänzte der BFW-Präsident.

„Das Abschneiden der Grünen zeigt uns zudem, dass vielen Menschen in unserem Land die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit wichtig sind. Wir werden den künftigen Koalitionären aufzeigen, dass die Wirtschaftlichkeit im Fokus stehen muss. Deshalb bringt uns eine Solardachpflicht hier nicht weiter, die konsequente Liberalisierung des Mieterstroms schon eher“, sagte Ibel. Eindringlich warnte er vor höheren Neubaustandards: „Zahlreiche Studien belegen, dass man auf diesem Weg keine höhere CO2-Einsparung erreicht. Das muss die neue Bundesregierung zur Kenntnis nehmen und ihre Förderpolitik danach ausrichten“, fügte der BFW-Präsident hinzu.