
2026-10-29T14:08:33.082Z Kritis verändert die Immobilienwelt
Was passiert, wenn Strom, Wasser oder Kühlung ausfallen, und wie macht man Immobilien widerstandsfähig? Eine Gesprächsrunde zeigt, wie viel Arbeit noch vor der Branche liegt. Von Roswitha Loibl
Als „kritische Infrastruktur“ galten lange vor allem Energieversorger oder Verkehrsnetze. Inzwischen rücken immer mehr Immobilien in den Fokus – von Pflegeheimen bis Rechenzentren.
Das Priorisierungsmodell der Bundeswehr schildert Alexander von Erdély: Im innersten Ring liegt der „Critical Core“ – alles, was keinesfalls ausfallen darf, etwa die Energieversorgung. Dort sind parallele Strukturen mit Generatoren Pflicht. Darum herum liegt ein „Secure Core“, bei dem ein Ausfall für einige Stunden verkraftbar ist – etwa Kantinen oder Truppenküchen. Noch weiter außen der „Nice to have“-Ring mit Sportanlagen oder Schwimmbädern, die nicht zum eigentlichen Auftrag gehören.
Sein Punkt: Diese Abstufung lässt sich auf andere Nutzer übertragen. Jede Organisation hat einen eigenen Critical Core, den man zuerst identifizieren und absichern muss statt „den Nutzer“ pauschal zu betrachten.
Dirk Brandt beschreibt, wo Facility-Management bei kritischer Infrastruktur ansetzt: Außenhautsicherung mit Videoüberwachung, Zäune, gesicherte Türen und Fenster, Netzersatzanlagen und Gebäudeleittechnik. Resilienz habe zwei Seiten – physische Sicherheit und Cybersicherheit. Unter der EU-Richtlinie NIS2 werde Gebäudeautomation zum potenziellen Einfallstor, zumal sie früher von Eigentümern oft vernachlässigt worden sei.
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