Stark ansteigende Immobilienpreise, enorme Nachfrage und gestiegene Zahlungsbereitschaft - KSK-Immobilien hat den "Marktbericht 2021" rund um die Immobilienmärkte in der Region Köln/Bonn veröffentlicht.
Dem Bericht zufolge zeigt sich, dass trotz Corona-Pandemie die Immobilienpreise stark ansteigen, teils kräftiger als vor Beginn der Krise. Die enorme Nachfrage und die gestiegene Zahlungsbereitschaft treiben die Preise in die Höhe, wie eine hausinterne Umfrage der KSK-Immobilien bestätigt. Trotz erhöhter Nachfrage nach Kaufimmobilien in suburbanen und ländlichen Gegenden ist zudem ein Rückgang der Nachfrage in den Großstädten Köln und Bonn bei weitem nicht in Sicht. Auch hier sind Nachfrage und Preise weiter angestiegen.
Die KSK-Immobilien, der Immobilienmakler der Kreissparkasse Köln, hat heute zum mittlerweile zehnten Mal ihren detaillierten Immobilienmarktbericht für die Region Köln/Bonn veröffentlicht. Das umfangreiche Werk mit zahlreichen Daten für alle Städte und Gemeinden im Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischen Kreis und Oberbergischen Kreis sowie für Köln, Bonn und Leverkusen gibt einen Überblick über Trends und Preisniveaus in den verschiedenen Teilmärkten der Region. Der Marktbericht beinhaltet außerdem eine aktuelle Experteneinschätzung zu den Folgen der Corona-Pandemie für den Immobilienmarkt im Rheinland. Es zeigt sich, dass die Nachfrage nach Immobilien im Rheinland in den letzten zwölf Monaten stark zugenommen hat und insbesond ere Wohnimmobilien daher weiterhin eine wertstabile Investition sind.
Weiter hohe Preisanstiege in der gesamten Region
Die Auswertungen im „KSK-Immobilien-Marktbericht 2021“ zeigen, dass die Immobilienpreise während der Corona-Krise im gesamten Marktgebiet der KSK-Immobilien stark angestiegen sind. „Die Nachfrage nach Immobilien hat durch die Corona-Pandemie nicht abgenommen, ganz im Gegenteil. Tatsächlich gab es einen Preisschub, und die Immobilienpreise sind noch stärker angestiegen als in den Vorjahren“, erklärt Matthias Wirtz , Leiter Research der KSK-Immobilien. Das zeige sich besonders deutlich im Segment der Bestandswohnungen. Im Jahr 2019 stiegen die Preise hier pro Quartal im Durchschnitt um 42,50 Euro pro Quadratmeter, 2020 waren es bereits 78 Euro/ pro Quadratmeter. Ein noch höherer Preisanstieg konnte bei Neubauwohnungen verzeichnet werden. Hier stiegen die Preise statt um 98 Euro wie 2019 nun um 140 Euro pro Quadratmeter je Quartal.
Auch die Preisdynamik im Mietsegment hat im gesamten Geschäftsgebiet der KSK-Immobilien deutlich zugelegt. Seit Anfang 2018 lag die durchschnittliche Preissteigerung bei 1,0 Prozent pro Quartal, im dritten und vierten Quartal 2020 stiegen die Kaltmieten um 1,8 beziehungsweise 1,6 Prozent. Damit beträgt die Durchschnittmiete im Geschäftsgebiet 10,56 Euro pro Quadratmeter und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,68 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Vor allem in Köln ziehen die Mieten immer weiter an – trotz ohnehin schon hohem Preisniveau.
Eigenheime im Marktgebiet der KSK-Immobilien werden ebenfalls stark nachgefragt, so dass die Preise weiter steigen. Pro Quartal waren es zwischen Anfang 2018 und Mitte 2020 durchschnittlich 2,3 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2020 stiegen die Preise quartalsweise sogar um 5,6 Prozent. Konkret bedeutet das, dass Immobilien wie Doppelhaushälften und Reihenhäuser seit Frühjahr 2020 um circa 54.000 Euro teurer geworden sind. Bei Neubauten ist die Preisentwicklung noch extremer: Die Preise sind seit dem Vorjahr um 17,5 Prozent gestiegen. „Aufgrund des geringen Angebots an Eigenheimen rechnen wir damit, dass die Preise im gesamten Geschäftsgebiet noch weiter steigen werden“, erklärtGeschäftsführer Dr. Guido Stracke . Die hohen Preise bewirken, dass immer mehr Haushalte längere Pendelzeiten zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen und in Gebiete ausweichen, in denen die Eigenheimpreise noch nicht so hoch sind.
Neues Nachfragehoch durch hauseigene Umfrage bestätigt
Die Nachfrage nach Immobilien zum Kauf nimmt auch in Zeiten der Coronapandemie keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen im Rheinland mehr als verdoppelt. Das Angebot hingegen zeigt sich vergleichsweise stabil, im Bereich der Bestandseigentumswohnungen und Eigenheime sind sogar leichte Rückgänge zu verzeichnen. Verkäufer sind aufgrund der Corona-Pandemie verunsichert und zögern, ihre Immobilien zu verkaufen. Dabei bietet die Marktsituation angesichts der extremen Nachfrage aktuell besonders gute Rahmenbedingungen für einen Verkauf. Die erhöhte Nachfrage bestätigt die hauseigene Umfrage der KSK-Immobilien: 57 Prozent der Immobilienberater geben an, dass die Nachfrage nach Eigenheimen angestiegen oder stark angestiegen ist, 44,5 Prozent der Immobilienexperten erkennen auch bei Eigentumswohnungen eine erhöhte Nachfrage. Die Zahl der konkreten Kaufinteressenten ist ebenfalls gestiegen. Pro Haus sind es durchschnittlich 8,1 statt im Zeitraum vor der Corona-Pandemie 5,3 Kaufwillige, bei Eigentumswohnungen 5,5 verglichen mit 4,0 aus dem Vorjahr. Eigenheime sind gefragter denn je.
Erhöhte Zahlungsbereitschaft bei Nachfragern
Die erhöhte Nachfrage wirkt sich auf die Preisdynamik aus. Die Interessenten machen sich bewusst, dass es immer schwieriger wird, im Rheinland eine Immobilie zu kaufen. Diese Erkenntnis wird in der KSK-Immobilien-Umfrage bestätigt: 87 Prozent der Immobilienberater geben an, dass die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager für Eigenheime deutlich gestiegen ist. Fast die Hälfte der Berater (45 %) sagen aus, dass Interessenten bereit sind, 15 Prozent mehr zu zahlen als noch vor der Pandemie. Das gilt sowohl für den Speckgürtel um Köln und Bonn als auch für ländliche Gebiete. Im Bereich der Eigentumswohnungen ist die Zahlungsbereitschaft ebenfalls erhöht, berichten 73 Prozent der Immobilienberater der KSK-Immobilien. Diese erhöhte Zahlungsbereitschaft ist einer der Gründe dafür, dass die Preise so enorm gestiegen sind.
Keine Stadtflucht: Nachfrage in Köln und Bonn bleibt hoch
Vermehrt zieht es Menschen aus der Stadt ins Umland, das bestätigt die Umfrage der KSK-Immobilien. Im Jahr 2020 waren Eigenheime im Speckgürtel von Köln und Bonn drei Mal so gefragt wie im Vorjahreszeitraum, und auch in ländlicheren Kommunen hat sich die Nachfrage nach Eigenheimen verdoppelt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Nachfrage in den Großstädten selbst zurückgegangen wäre. Denn in Köln und Bonn ist die Nachfrage nach Eigenheimen im Vergleich zum Vorjahr um den Faktor 2,8 gestiegen. Eigentumswohnungen sind in den Großstädten ähnlich gefragt: Die Nachfrage in diesem Segment ist um den Faktor 2,4 angestiegen. Alles deutet darauf hin, dass die Immobilienpreise in Köln und Bonn sowie der gesamten Region im Laufe des Jahres weiter steigen werden.
