Donald-Trump-Immobilien
Was bewirkt die Politik von Donald Trump auf den US-Immobilienmärkten (Foto: Michael Vadon/CC by SA 4)

News 2017-06-01T00:00:00Z Kein Trump-Effekt auf US-Immobilienmarkt

LaSalle Investment Management hat einem „Trump Report" die bisherigen Auswirkungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf die US-Immobilienmärkte untersucht. Bislang fallen sie gering aus.

Seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA wird über die Folgen für die Immobilienwirtschaft gemutmaßt. LaSalle Investment Management hat nun eine Untersuchung über die bisherigen Auswirkungen in den USA vorgelegt. Der Report ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die größten Eigentümer von Core-Immobilien in den USA institutionelle Investoren sind, darunter steuerbefreite Pensionsfonds, die gut vermietete Büro-, Industrie-, und Einzelhandelsimmobilien sowie Apartments und Hotels im Gesamtwert von rund 478 Milliarden Euro besitzen.

Der Report zeigt, dass viele der von Präsident Trump beabsichtigten politischen Maßnahmen positiv für die US-Konjunktur und den Immobilienmarkt sein könnten. Doch bislang hat sich für Investoren kaum etwas geändert. Zu diesem frühen Zeitpunkt gibt es nur wenige Hinweise auf deutliche Verbesserungen im Immobilienmarkt, wenngleich es andererseits auch wenig Grund gibt, in den nächsten Jahren einen Abschwung zu erwarten. Anders als andere Asset-Klassen, die eine „Trump Rally" - gefolgt von einigen Schwankungen -verzeichneten, sind die Immobilienpreise von November bis Mitte Mai allgemein stabil geblieben

Auswirkungen im Detail:

  • Apartments: Die Politik von Präsident Trump könnte Nachfrage und Angebot von Apartments und deren Finanzierung beeinflussen. Auf der Nachfrage-Seite hängt das US-amerikanische Haushaltswachstum von der legalen internationalen Zuwanderung in die USA ab. Trump schlägt Änderungen des US-amerikanischen Rechtssystems vor mit möglichen Obergrenzen, die sich negativ auf die Nachfrage auswirken könnten, insbesondere in Gateway Cities, die auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte angewiesen sind. Umgekehrt könnte die Umsetzung einer leistungsbezogenen Zuwanderungspolitik, die Trump nach eigenem Bekunden unterstützt, einen Nachfrage-Boom auslösen.
  • Einzelhandel: Trotz eines gestiegenen Verbrauchervertrauens verzeichnen die Einzelhandelsumsätze bislang keine wesentlichen Zuwächse. Der von Trump am 26. April verkündete Steuerplan sieht von dem vorgesehenen Grenzsteuerausgleich in Höhe von 20 Prozent ab. Insofern besteht derzeit aus gesetzgeberischeren Gründen wohl keine größere Gefahr für die Einzelhandelsumsätze.
  • Lagerflächen/Industrie-/Logistik-Immobilien: Wenngleich es bislang noch keine größeren Änderungen der US-Handelspolitik gab, hätte ein Rückgang der Importe aufgrund höherer Zölle negative Auswirkungen auf den Einzelhandel und daher auf die Nachfrage nach Lagerflächen. Wenngleich Import-Beschränkungen eine verstärkte Binnen-Produktion zur Folge hätten, wären die Auswirkungen höherer Zölle auf die Nachfrage nach Lagerflächen insgesamt negativ.
  • Büroflächen: Bürogebäude sind der Immobilientyp, der von einer allgemeinen Konjunkturabschwächung infolge konkreter legislativer oder regulativer Änderungen am meisten bedroht ist (nicht unser erwarteter Basisfall). Von einem stetigen konjunkturellen Wachstum ausgehend ist es wahrscheinlich, dass es infolge möglicher Kürzungen staatlicher Programme im Haushalt zu konkreten regionalen Auswirkungen kommt.
zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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