43 Prozent des Büroflächenumsatzes in den Top 7 entfielen im ersten Halbjahr auf zertifizierte Flächen. Besonders Zweit- und Drittlagen holen auf.
Nachhaltigkeitszertifizierte Büroflächen gewinnen in den sieben deutschen Immobilienhochburgen weiter an Bedeutung. Rund 19 Millionen Quadratmeter waren Ende des ersten Halbjahres 2026 zertifiziert, vorzertifiziert oder für eine Zertifizierung registriert. Damit trifft dies inzwischen auf nahezu jeden fünften Quadratmeter Bürofläche in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zu. Das zeigt der „Cesar 2026“ (Certification and Sustainability Radar) von JLL.
Noch deutlicher fällt der Anteil zertifizierter Immobilien bei Neuvermietungen aus: Von insgesamt 1,35 Millionen Quadratmetern Büroflächenumsatz im ersten Halbjahr entfielen rund 580.000 Quadratmeter auf zertifizierte Flächen. Ihr Anteil erreichte damit einen neuen Höchstwert von 43 Prozent. Im Vorjahr waren es 40 Prozent.
Unter den sieben untersuchten Märkten weist Frankfurt mit 32 Prozent weiterhin den höchsten Anteil zertifizierter Flächen am Bürobestand auf. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Quote um acht Prozent.
Deutliche Zuwächse registrierte JLL auch in Düsseldorf und Berlin. Zu den neu hinzugekommenen zertifizierten Immobilien gehören unter anderem das RWI4 in Düsseldorf sowie das Quartier Heidestraße – Track Central Line und der Forum Tower in Berlin.
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„Die Anforderungen an Büroflächen steigen weiter. Unternehmen prüfen Neuanmietungen heute wesentlich intensiver und legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und langfristige Resilienz. Zertifizierungen entwickeln sich dabei immer stärker vom Differenzierungsmerkmal zum Standard“, sagt Daniel Bey, Head of Project & Development Services JLL und Tetris Germany.

Besonders deutlich verändert sich die Verteilung nach Lagequalität. Während der Anteil zertifizierter Flächen am Vermietungsumsatz in Spitzenlagen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte sank, legte er in Zweit- und Drittlagen um acht Prozentpunkte zu. Mit Anteilen von 44 beziehungsweise 42 Prozent liegen beide Kategorien inzwischen nahezu gleichauf.
„Die Entwicklung zeigt, dass bei weniger zentralen Standorten die Gebäudequalität und damit auch Nachhaltigkeitszertifikate entscheidend für die Vermietbarkeit werden“, sagt Bey.
Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Nutzergruppen. Bei Mietabschlüssen über mehr als 1.000 Quadratmeter entfielen 69 Prozent des Flächenumsatzes ausländischer Unternehmen auf zertifizierte Büros. Bei deutschen Unternehmen waren es 47 Prozent.
Nach Branchen erreichten Unternehmen aus Transport, Verkehr und Lagerhaltung mit 80 Prozent den höchsten Anteil. Es folgen EDV sowie Industrie und Handel mit jeweils 54 Prozent und Banken und Finanzdienstleister mit 51 Prozent.