Laut der Analyse von JLL erholt sich das Neugeschäft der Immobilienfinanzierer. (Bild: Pixabay)
Laut der Analyse von JLL erholt sich das Neugeschäft der Immobilienfinanzierer. (Bild: Pixabay)

Finanzierung

25. November 2021 | Teilen auf:

JLL: Aufwärtstrend beim Neugeschäft

Für das Neugeschäft bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen lässt sich laut JLL-Report eine positive Entwicklung bilanzieren.

„Im Vergleich zum Vorjahr konnte in der ersten Jahreshälfte 2021 ein Zuwachs von sechs Prozent für das Neugeschäftsvolumen auf 18,1 Milliarden Euro notiert werden“, fasst Timo Wagner, Debt Advisory JLL Germany, die Zahlen zusammen und betont: „Die Mehrheit der Kreditinstitute haben einen zum Teil deutlichen Anstieg im Neugeschäft ausgewiesen“. Ein Plus von 225 Prozent sind es bei der Deutsche Hypo, 67 Prozent bei der PBB Deutsche Pfandbriefbank und jeweils 33 Prozent bei der Aareal Bank und der Hamburg Commercial Bank. Bei vier der zwölf befragten Institute schlägt ein Rückgang von 14 bis 68 Prozent zu Buche.

Für das zweite Halbjahr 2021 gingen zum Zeitpunkt der Erhebung Mitte des Jahres immerhin fünf Banken von einem Anstieg des Neugeschäfts aus; eine Verringerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres nannten nur die Berliner Sparkasse und die Münchener Hyp. Die übrigen Institute sahen eine Entwicklung auf mindestens Vorjahresniveau. „Zum Zeitpunkt der Erhebung schauten auch die Kreditinstitute noch optimistischer auf die kommenden Monate. Mittlerweile wurde wegen der anhaltenden und besorgniserregenden Entwicklungen in der Corona-Pandemie, den Lieferengpässen und der Rohstoffknappheit die Konjunkturprognose für 2021 wieder deutlich gesenkt auf 2,6 Prozent. Kräftig erholen soll sie sich dann erst 2022. Wie sich das letztlich beim Neugeschäft der zwölf Institute bemerkbar macht, ist derzeit noch nicht abzusehen“, so Helge Scheunemann, Head of Research bei JLL Germany.

Kreditbestände mit weiterem Anstieg 

Kreditbestände gewerbliche Immobilienfinanzierung (In- und AUsland) ausgewählter Banken. (Bild: JLL)

Der positive Trend im gewerblichen Immobilienfinanzierungsgeschäft spiegelt sich für das erste Halbjahr 2021 auch in den Kreditbeständen wider. Über alle Kreditinstitute hinweg konnte ein leichter Anstieg von drei Prozent verzeichnet werden mit einem durch die befragten Banken ausgewiesenem Gesamtvolumen von 270,9 Milliarden Euro. Mit einem Zuwachs von 16 Prozent vergrößerte die Berliner Hypothekenbank ihr Kreditbuch am stärksten. Bei drei Kreditinstituten, Deka Bank, Münchener Hyp und LBBW haben sich die Bestände per Saldo minimal reduziert. Bei dem vierten Institut in dieser Reihe, die Hamburg Commercial Bank, lag das Minus allerdings im deutlich zweistelligen Bereich (21 %).

Alternative Finanzierer rücken in den Fokus

„Der bisherige Verlauf in 2021 zeigt, dass der Immobilieninvestmentmarkt in Deutschland mehr und mehr an Dynamik gewonnen hat. Dies hatte das ermittelte Transaktionsvolumen für das dritte Quartal 2021 unterstrichen, das sich mit 26,6 Milliarden Euro deutlich über den Volumina der vorangegangenen Quartale bewegt. Erwartet wird für das Gesamtjahr ein neues Rekordergebnis“, so Scheunemann. Er macht aber auch deutlich: „Fremdfinanzierungen sind weiterhin durch Herausforderungen geprägt, da  Kreditinstitute nach wie vor erhöhte Risikovorsorge betreiben und dadurch zunehmend Kapital binden. Auf diese steigenden administrativen, bankeninternen Kosten müssen sich Investoren zunehmend einstellen. Alternative Finanzierer wie Debt Funds, Versicherer oder Pensionskassen sowie Private Debt rücken daher weiter in den Fokus.“

zuletzt editiert am 25.11.2021