Zwischen 2006 und 2020 verteuerten sich deutschlandweit die Marktmieten für möblierte Wohnungen um 78,2 Prozent, während die Preise für unmöblierte Wohnungen nur um 30,5 Prozent zulegten - das zeigt eine aktuelle F+B-Analyse.
Das Hamburger Immobilien-Analysehaus F+B Forschung und Beratung hat sich nach einem Jahr der Corona-Maßnahmen mit der Entwicklung möblierter Wohnungen in Deutschland beschäftigt: Trotz einer Stagnation des Angebotsvolumens für möblierte Wohnungen nahm deren Anteil am gesamten Mietwohnungsmarkt deutlich zu. Ausgehend von 8,3 Prozent in 2014 stieg der Anteil 2020 auf 18,3 Prozent. Die Auswertungen für das erste Quartal 2021 zeigen, dass von einem weiteren – moderaten – Anstieg in diesem Jahr auszugehen ist.
Auch in den Top-8-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig) lag 2007 der Anteil noch unter zehn Prozent und stieg dann unterschiedlich stark an. In 2020 erreichte der Anteil möblierter Wohnungsangebote in Leipzig mit 9,5 Prozent den kleinsten und in Stuttgart mit rund 56 Prozent den Spitzenwert der Top 8.
„Der drastisch gestiegene Marktanteil lässt sich jedoch nicht allein durch den absoluten Anstieg der möblierten Wohnungsangebote erklären, sondern ist eine Konsequenz der zugleich rückläufigen Angebotszahl an unmöblierten Wohnungen. Dieser Rückgang wiederum wurde unter anderem ausgelöst durch eine verringerte Umzugsquote mit in der Folge rückläufiger Neuvermietungen, sowie einer Veränderung der Vermarktungswege durch die Eigentümer zu Lasten der Immobilienportale“, erklärte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner.
In Städten, in denen die Mietpreise für unmöblierte Wohnungen stark anstiegen, sind auch die Mietpreise möblierter Wohnungen stärker gewachsen. Die Mietpreisdifferenz in den Top-8-Städten ist von 1,20 Euro bis 3,60 Euro pro Quadratmeter (2006) hin zu 5,40 Euro bis 9,90 Euro pro Quadratmeter (2020) gestiegen. In den Städten, in denen höhere Mietpreisdifferenzen zwischen möblierten und unmöblierten Wohnungen zu finden sind, wurde tendenziell das Angebot an möblierten Wohnungen stärker ausgeweitet.
Für 2021 ist laut F+B mit einem weiteren, allerdings tendenziell abgeschwächten Mietwachstum zu rechnen. Auswirkungen hat allerdings auch, dass die Nachfrage nach möbliertem Wohnraum, so die Aussage von Anbietern, sich coronabedingt verringert haben dürfte.
