News 2017-11-20T00:00:00Z Jamaika-Scheitern: Stimmen aus der Immobilienwirtschaft

FDP-Chef Christian Lindner hat die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition aufgekündigt. Was nun passieren sollte und was nicht, dazu haben Vertreter der Immobilienwirtschaft eine klare Meinung. Erste Stimmen zum Jamaika-Aus.

Was das Ende der Sondierungsgespräche für Deutschland und die Immobilienwirtschaft bedeutet, werden kurzfristig die nächsten Stunden und Tage zeigen. Von Neuwahlen bis Minderheitsregierung scheint nichts mehr unmöglich. Aus der Immobilienwirtschaft gibt es mehrere Stimmen, die sich bereits zu Wort gemeldet haben. Hier erste Stimmen aus der Branche:

Andreas Ewald, Geschäftsführer der Engel und Völkers Investment Consulting:
„Der Immobilienmarkt in Deutschland gilt weltweit als sicherer Hafen für Investments. Eine Minderheitenregierung oder gar Neuwahlen schaden dem Ansehen Deutschlands. Bei einem solchen Vertrauensverlust sehen wir durchaus Auswirkungen auf den Gewerbeimmobilienmarkt, sowohl bezüglich der Abschlüsse neuer Mietverträge, insbesondere aber bei der Investition in Projektentwicklungen und Bestandsimmobilien. Die Verunsicherung wäre sowohl bei nationalen als auch internationalen Investoren zu spüren."

Antoinette Hiebeler-Hasner, Partnerin bei Vistra:
„Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass es zu Neuwahlen kommt. Aus Sicht der Immobilienbranche ist dies sehr bedauerlich, da die jetzige Situation vor allem Verzögerung bedeutet. Es gibt viele drängende Fragen, für die die Politik Lösungen finden muss. Vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist derzeit eine drängende Fragen in Deutschland. Daneben bedürfen zahlreiche regulatorische Fragen einer Klärung. Aus Sicht internationaler Immobilieninvestoren schafft die Situation Unsicherheit und kratzt an Deutschlands Image als politisch stabilem Investitionsstandort."

Heike Gündling, Geschäftsführerin (COO) der Architrave GmbH:
„Gerade für das zentrale Thema der Digitalisierung in unserem Land war die gestrige Nachricht ein Rückschlag. Wir brauchen dringend ein Bundesministerium für Digitalisierung: Diese Forderung wird jedoch nur von einer der vier Verhandlungsparteien unterstützt. Generell hoffe ich, dass das Thema jetzt mehr an Gewicht gewinnt. In den bisherigen Wahlprogrammen steht die Digitalisierung größtenteils als Nebenelement - tatsächlich benötigen wir jedoch eine umfassende digitale Agenda, die alle Politikbereiche abdeckt."

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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