Immobilieninvestoren aus Deutschland, Frankreich und UK rechnen auch in den kommenden Jahren mit niedrigen Zinsen und schmalen Renditen. In Mittel-Ost- und Südeuropa könnte es deshalb bald einen spürbaren Transaktionsboom geben.
Europas Immobilieninvestoren arrangieren sich mit den niedrigen Renditen ihrer Immobilienanlagen und rechnen auch in der näheren Zukunft nicht mit wesentlichen Veränderungen. Das ist das Ergebnis der Immobilien-Investitionsklima-Studie von Union Investment Real Estate. Für die Studie befragt das Investmenthaus 175 Investoren aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Abstriche bei den Renditen
Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet in den kommenden beiden Jahren damit, dass der aktuelle Marktzyklus anhält. Abstriche bei der Verzinsung ihrer Anlagen nehmen sie verstärkt in Kauf. "Geringere Renditen bei gleichem Risiko", auf diese Strategie richten sich mehr Investoren ein als noch im Vorjahr. Die Bereitschaft höheres Risiko zu gehen, ging in der Befragung von 35 Prozent auf 30 Prozent zurück.
Mehr als die Hälfte der Investoren rechnet damit, dass sie ihre gesteckten Renditeziele nicht erreichen werden. Da gleichzeitig die Verfügbarkeit von Kapital hoch bleibt, rechnen die Macher der Studie damit, dass viele Investoren nach neuen Märkten Ausschau halten. "Das dürfte dazu führen, dass 2017 das Transaktionsvolumen in den CEE-Märkten aber auch in der südlichen europäischen Peripherie signifikant steigen wird", sagt Olaf Janßen, Leiter Immobilienresearch bei der Union Investment Real Estate GmbH.
Briten besonders skeptisch bei UK-Investments
Grundsätzlich sehen die Investoren auch die Kernmärkte Deutschland, Frankreich und Großbritannien positiv. Allerdings sind die britischen Investoren bei der Einschätzung ihres Heimatmarktes deutlich skeptischer als die Franzosen und Deutschen. Jeder zweite britische Investor erwartet 2017 eine teilweise deutliche Verschlechterung des Klimas für Immobilieninvestments auf der Insel. Allerdings liegt das nicht in erster Linie am Brexit. Den machen nämlich 90 Prozent nur einen mäßigen oder sogar geringen Einfluss auf den Investmentmarkt zu.
