Marktbericht zu Mehrfamilienhäusern: Bulwiengesa und GAR stellen Bedarf an gut 320.000 zusätzlichen Wohneinheiten fest.
Trotz schwieriger konjunktureller Bedingungen bietet der Markt für Mehrfamilienhäuser in den USA Chancen für Investoren und Projektentwickler. Während der gewerbliche Immobilienmarkt bereits jetzt in erheblichem Maße von der aktuellen Corona-Krise getroffen ist, erweist sich das Wohnsegment „Multifamily“ im Wesentlichen als robust, wobei signifikante regionale Unterschiede zu verzeichnen sind.
Zur Untersuchung des US-Mietwohnmarktes hat German American Realty (GAR) das Analyse- und Beratungshaus Bulwiengesa mit der Erstellung eines US-Multifamily-Monitors beauftragt. Damit wird eine fundierte Analyse des amerikanischen Wohnmarktes in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt. Der Report wird künftig zweimal jährlich erscheinen.
Wohnbestand: Zu wenige Mehrfamilienhäuser, immer mehr Haushalte
Der gesamte Wohnimmobilienbestand in den USA beläuft sich auf knapp über 140 Millionen Einheiten. Davon entfallen etwa 44 Millionen auf vermieteten Wohnungsbestand und hiervon wiederum 16 Millionen Wohneinheiten auf das Segment von Mietwohnanlagen mit mehr als fünf Wohneinheiten (Multifamily). Dieses Segment macht etwa 25 Prozent des gesamten US-amerikanischen Immobilien-Investmentmarkts aus.
„Der US-Wohnungsbestand ist in den letzten Jahren etwas langsamer gewachsen als die Zahl der Haushalte. Das hat dazu geführt, dass der Bedarf kontinuierlich gestiegen ist. Und dies oftmals in Bundesstaaten, die für europäische Anleger häufig unter dem Radar liegen“, so Dr. Christoph Pitschke, geschäftsführender Gesellschafter bei GAR.
Der National Multifamily Housing Council (NMHC) rechnet bis 2030 mit einem jährlichen Bedarf von 323.000 zusätzlich benötigten Wohneinheiten. Die Bauwirtschaft konnte in den vergangenen Jahren der Hochkonjunktur das benötigte Neubauvolumen nur knapp erreichen. Bedingt durch die Corona-Krise hat sich die Zahl der Baustarts in den letzten Wochen und Monaten verringert. Hieraus wird sich zeitverzögert die Bedarfslücke weiter vergrößern und zusätzlicher Wohnungsneubau erforderlich werden.
Demografischer Wandel: Junge und wachsende Bevölkerung
Die USA weisen unter den westlichen Industrienationen die stärkste demografische Wachstumsperspektive auf. Bis 2030 wird die Bevölkerung von aktuell 330 Millionen um acht Prozent auf etwa 358 Millionen Menschen ansteigen, mit regionalen Unterschieden. So wird Texas voraussichtlich, neben dem hauptsächlich aus Washington D.C. bestehenden District of Columbia, der Bundesstaat mit dem höchsten prozentualen Bevölkerungswachstum sein, dicht gefolgt von Georgia (+22 Prozent), North Carolina (+22 Prozent) und South Carolina (+25 Prozent).
Das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung liegt derzeit bei 38 Jahren und damit rund sechs Jahre unter dem in Deutschland. Eine jüngere Bevölkerung führt zu mehr Haushaltsgründungen. Der aktuelle Trend zu kleineren Haushalten wird sich weiter fortsetzen sowie die Nachfrage nach Mietwohnungen, die insbesondere dem Lebensstil der Generation der zunehmend in den Arbeitsmarkt gelangenden „Millennials“ entspricht.
Unter diesem Link finden Sie den US-Multifamily-Monitor .
