Porträt Uwe Morell
Uwe Morell, Geschäftsführer der Dreiplus Planungsgruppe (Quelle: Privat)

Projekte 2025-02-21T12:05:39.068Z Aufwendige Recherchen erleichtern

Bei Ausschreibungen müssen Wortwahl und Leistungsbeschreibung präzise sein. Eine Hilfestellung bietet eine jüngst aktualisierte Text- und Preisdatenbank. Ihr Herausgeber Uwe Morell erläutert das Werk.

Herr Morell, für welche Zielgruppen ist das Werk „Leistungsverzeichnis-Texte im Bild“ gedacht?

Uwe Morell: Die „LV-Texte“ sind ein Arbeitsmittel für Planerinnen und Planer, die nicht regelmäßig ausschreiben. Unsere Texte geben Vorstellung, Ideen und Orientierung in der Ausschreibungsphase. Auch die Preise sind hilfreich. Wer nicht regelmäßig ausschreibt, wird gerade für die zur Ausschreibung anstehende Leistung wahrscheinlich keinen aktuellen Preis im Fundus vorliegen haben.

Was ist neu an der Ausgabe, die in diesem Jahr herauskommt?

Uwe Morell: Neu sind vor allem die Standardvisualisierungen sowie die Positionen für die Ausschreibung von Leistungen für Frei- beziehungsweise Außenanlagen. Außerdem haben wir insgesamt rund 400 neue Positionen und Ausschreibungshinweise in den Leistungsbereichen Spezialtiefbau, Zimmerarbeiten (mit aktuellen Holz- und Holzverbundbauweisen), Flachdach-Absturzsicherungen ergänzt.

Was ist aus Ihrer Erfahrung heraus besonders aufwendig bei der Ausschreibung von Bauleistungen?

Uwe Morell: Bei einer Umfrage unter den Besuchern von www.besser-ausschreiben.de war das Ergebnis: Über ein Drittel wendet am meisten Zeit auf, um die technischen Vorgaben für die Ausschreibung zu recherchieren. Das ist auch für uns bei der Dreiplus Planungsgruppe nicht anders. Denn bei neu erschienenen DIN-Normen oder anderen Regelwerken, zum Beispiel einer neuen VOB, müssen wir die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen (ZTV) und die Angaben in den Positionstexten prüfen und auf den aktuellen Stand bringen. Davon profitieren dann alle Nutzer der aktuellen Ausgabe.

Die Baukosten steigen mittlerweile nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren oder stagnieren sogar. Können Sie etwas dazu sagen, in welchen Bereichen sich dieser Dämpfungseffekt besonders deutlich zeigt?

Uwe Morell: Merkwürdigerweise haben die Gewerke des Innenausbaus, insbesondere des Trockenbaus, in den Preisen schon wieder stark nachgegeben. Merkwürdig deswegen, weil in diesen Gewerken über die Dauer der Jahre die Preise nicht so sehr angezogen haben wie beispielweise bei der TGA oder den Dachgewerken. Insgesamt erwarte ich eine Differenzierung des Preisniveaus: Im servicelastigen Endkundenbereich werden die Preise aufgrund Handwerker-und Personalmangels sicherlich nicht kurzfristig sinken, im Großsiedlungs- und Objektbau hingegen schon durch die teilweise dramatische Investorenzurückhaltung.

In welcher Frequenz werden die Baupreise aktualisiert?

Uwe Morell: Wir halten die Preise über Angebots- und Vergaberückläufe aktuell. Aktualisiert werden die Preise in den „LV-Texten“ dann am Jahresende. Die neue Version erscheint im darauffolgenden Januar. Natürlich bekommen wir innerhalb eines Jahres nicht für jede Position der Datenbank aussagefähige Angebotspreise. Für solche Leistungen interpolieren wir beziehungsweise gehen über die gewerkeweisen Preisänderungen und Materialpreisanpassungen. Die Preise entsprechen dann einem durchschnittlichen deutschen Preisniveau und sind nur noch an Region und die Objektgröße anzupassen.

Hier gelangen Sie direkt zum Werk.

zuletzt editiert am 21. Februar 2025
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