Für die Berlin Hyp war das vergangene Jahr ein besonderes. „Wir haben die Erwartungen an 2021 übertreffen können“, resümiert Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berliner Immobilienbank im exklusiven Gespräch. Ob 2022 ähnlich gut werden wird, mag Klaus nicht zu prophezeien. Von André Eberhard
2021 war ein gutes Jahr für Berliner Immobilienbank. Die Rahmendaten zeigen die positive Entwicklung auf allen Ebenen. Gesteigerte Bilanzsumme, gestiegene Zins- und Provisionsüberschüsse und am Ende ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von 239,3 Millionen Euro, was ein sattes Plus von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist. Die harte Kernkapitalquote konnte auf 14,3 Prozent gesteigert werden. „Wir streben hier immer mindestens eine 13 vor dem Komma an“, so Sascha Klaus. Zuletzt lag der Wert 2017 unter der 13-Prozent-Marke. Klaus ergänzt: „Kein einziger Kredit ist im vergangenen Jahr ausgefallen.“
Ein Finanzierer lebt vom Neugeschäft. Da hat die Mannschaft der Berlin Hyp im letzten Jahr das Vorjahr übertreffen können. Corona spielt offensichtlich beim Neugeschäft keine Rolle, denn auch die langfristigen Zahlen zeigen keine Delle. 7,1 Milliarden Euro an Neugeschäftsvolumen konnte die Bank verbuchen. Darunter sind auch knapp 1 Milliarde Euro an Prolongationen. „Auch für 2022 haben wir eine gut gefüllte Pipeline“, resümiert Klaus. Der Großteil des Kapitals ging dabei an Investoren mit 73 Prozent. 24 Prozent ging an Bauträger und Developer und der Rest an Wohnungsbauunternehmen.
Zukunftserwartung fällt schwer
Bei den Assetklassen ist die Büroimmobilie mit 36 Prozent die gefragteste, dicht gefolgt allerdings von Wohnobjekten (35 Prozent), Einzelhandel (15 Prozent) und Logistik mit 11 Prozent. Bei der regionalen Verteilung profitieren zu 56 Prozent die deutschen A-Städte in besonderem Maße vom Kapital der Berlin Hyp. Ein Viertel fließt ins Ausland. Das soll sich auch zukünftig in einer ähnlichen Größenordnung bewegen.
Mit der Bekanntgabe der Geschäftszahlen verbunden ist immer auch der Ausblick auf das laufende Jahr und die Zukunftserwartungen für die Branche. Das fällt nicht nur Sascha Klaus in diesem Jahr deutlich schwerer. Die Eintrübungen durch den Krieg in der Ukraine, die noch nicht abschätzbaren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, Inflations- und Zinsrisiken und die immens gestiegenen Baukosten, werden die Immobilienbranche nicht unbeeindruckt lassen. „Ich halte es für möglich, dass die Investitionsvolumen auch durch den Krieg und die vielfältigen Folgewirkungen leiden werden“, prognostiziert Klaus. Er rechnet daher auch nicht mit einer Steigerung Neukreditvergabe für das laufende Jahr.
