Cisualisierung von Büro- und Gewerbegebäuden mit begrünter Fassade, großen Fenstern und einem überdachten Eingang, davor eine Straße mit teilweise selbst fahrenden Vehikeln
Fusion Cologne verbindet auf einer Fläche unterschiedliche Nutzungsanforderungen, von Büro über Laborflächen und Produktion bis zur angeschlossenen Logistik. (Quelle: HGK/Dr. Schönheit & Partner)

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24. November 2022 | Teilen auf:

Industrie- und Logistik-Areal im Kölner Norden geplant

Die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) präsentiert einen Masterplan für das Industrie- und Logistik-Areal "Fusion Cologne" auf 550.000 Quadratmetern im Kölner Norden.

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) präsentiert ihr Entwicklungskonzept für ein kombiniertes Industrie- und Logistik-Areal im Kölner Norden. Nachdem das Unternehmen im März dieses Jahres erstmals über die Entwicklung eines Masterplans für das bis zu 550.000 Quadratmeter große Planungsgebiet unweit der Rheinhäfen Niehl 1 und 2 informiert hatte, liegt nun ein detailliertes Gesamtkonzept für das Areal vor. Es sieht vor, unterschiedliche Branchen und Wertschöpfungsstufen an einem Standort zu vernetzen, um Kooperationen zu ermöglichen und neue Innovationskraft zu generieren. Eine Zielsetzung, die sich auch im Namen des neuen Quartiers ausdrückt: Fusion Cologne. 

Synergetischer Nutzungsmix

Ein zentraler Ansatz des Konzeptes ist die Zusammenführung von Produktion und Logistik, wodurch Transportwege und Umschlagsprozesse minimiert werden. Auf den flexibel aufteilbaren Parzellen sind Gebäude für produzierende Betriebe, für Lager und Logistik, für Büronutzung, Forschung und Entwicklung sowie soziale Angebote vorgesehen. Bauhöhen bis zu 22 Metern ermöglichen dabei eine hohe Flächenausnutzung und urbane vertikale Produktionskonzepte über mehrere Etagen. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze könnten hier entstehen – in einem synergetischen Nutzungsmix, bei dem jedes der Unternehmen nicht nur von der nachhaltigen technologischen Ausstattung des Quartiers, sondern auch von den Kompetenzen der anderen ansässigen Firmen profitiert. 

Was Fusion Cologne darüber hinaus zur erfolgreichen Ansiedlung einer großen Vielfalt an Betrieben prädestiniert, sind seine infrastrukturellen Standortvorteile auf der Basis eines trimodalen Logistikangebots: Ein leistungsfähiges bimodales Umschlagsterminal für den kombinierten Verkehr (KV) mit sechs Gleisen für Ganzzüge unterstützt eine sinnvolle und möglichst umweltschonende Lenkung der Güterströme. Gleiches gilt für die schnellen Verbindungen zum Niehler Rheinhafen und dem nahen Autobahnnetz im Kölner Norden. Bis zu vier Grundstücke im Süden des Planungsgebiets können direkt an das KV-Terminal angebunden werden. Innerhalb des neuen Quartiers wird zudem eine kundenspezifisch ausgestaltete Wareneingangs- und Verteillogistik inklusive Warehousing, internationaler Spedition und weiteren bedarfsorientierten Dienstleistungen entstehen. Für Stückgüter mit geringerem Volumen sind eine zentrale Zustellung sowie eine Packstation mit Verteilungsservice vorgesehen.

Zur optimalen Anbindung gehört aber auch der Aufbau eines 5G-Campusnetzwerks. Dieses kann für zahlreiche digitale Anwendungen im Areal genutzt werden – von der Zulaufsteuerung aller Warenströme bis zu autonomen Transportanwendungen im Quartier.

Nachhaltige Entwicklung

Im Sinne der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ setzt das Entwicklungskonzept aber nicht nur auf intelligente Durchmischung im neuen Quartier, sondern bringt darüber hinaus die ökologischen Faktoren, ressourcenschonende Mobilität sowie Gesundheit und Wohlbefinden der hier künftig arbeitenden Menschen zusammen. So sieht etwa das Energiekonzept eine einheitliche, klimaschonende Wärmeversorgung von Fusion Cologne vor und den Verzicht auf fossile Energieträger bei gleichzeitiger Minimierung des Primärenergiebedarfs. Photovoltaik auf den Hallendächern sorgt für Stromerzeugung direkt vor Ort. Zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks gehört auch die Vorgabe, rund 30 Prozent der Fassaden zu begrünen. Das Ziel ist von Beginn an eine stetige Verringerung der CO2-Emission als Beitrag zur geplanten Klimaneutralität der Stadt Köln bis zum Jahr 2035.

Auch Sport- und Freizeitangebote, eine zentrale Kantine für gesunde und ausgewogene Ernährung sowie weitere attraktive Dienstleistungen gehören zur Planung. Die Konzeptionierung der naturnahen Erholungsräume und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität folgt nicht allein ökologischen Erwägungen, sondern soll zugleich der Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Arbeitnehmer dienen. 

Klimafreundliches Mobilitätskonzept

Zur ebenso umweltschonenden wie komfortablen An- und Abfahrt der künftig hier arbeitenden Menschen wird Fusion Cologne an eine ÖPNV-Buslinie mit bis zu vier Haltestellen auf dem Areal angeschlossen. Auf dieser Linie sollen von Beginn an moderne Elektrobusse zum Einsatz kommen. Auch für den individuellen Verkehr im Quartier ist eine weitreichende Elektromobilisierung mit entsprechenden Serviceangeboten geplant. Hierzu zählt unter anderem eine Mobilitätsstation mit Sharing-Angeboten für E-Bikes und E-Scooter sowie der Möglichkeit zum schnellen Akkutausch.  Die Basis für dieses emissionsarme Mobilitätskonzept im Quartier ist eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur auf dem gesamten Areal, die zudem auch Ladesäulen für elektrifizierte LKW umfasst. 

Die Realisierung des vorgestellten Entwicklungskonzepts für "Fusion Cologne" wird nach vorbereitenden Arbeiten auf der südlichen, in Teilen schon erschlossenen Entwicklungsfläche ab dem dritten Quartal 2023 beginnen. Die Bebauung der nördlichen Entwicklungsfläche ist ab dem Jahresende 2025 geplant.

zuletzt editiert am 25.11.2022