Insgesamt sind derzeit etwa 50 Millionen Quadratmeter Büro-, Wohn- und sonstige Flächen in Nordrhein-Westfalen in der Entwicklung. Das belegt eine aktuelle Projektentwicklerstudie von Bulwiengesa.
Die Studie wurde von Bulwiengesa und dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Landesverband in Nordrhein-Westfalen vorgelegt. In der Studie sind alle 2.000 Einzelprojekte in Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster sowie zusammengefasst in den Kernstädten des Ruhrgebiets Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund analysiert worden. Betrachtet man alle Segmente, summiert sich das Projektentwicklungsvolumen auf 14,6 Mio. Quadratmeter im Betrachtungszeitraum von 2018 bis 2025. Spitzenreiter sind die vier Oberzentren des Ruhrgebiets mit zusammen 5,3 Millionen Quadratmetern an Bauprojekten gefolgt von Düsseldorf mit 3,8 Millionen Quadratmetern und Köln mit 3,6 Millionen Quadratmetern.
Der Markt wird, wie auch in anderen deutschen Städten, von Wohnprojektentwicklungen geprägt, die ca. 45 Prozent der Projektflächen umfassen, gefolgt von Büroprojektentwicklungen mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Rund elf Millionen Quadratmetern der analysierten Flächen sind Projektentwicklungen im Wohn- und Bürosegment. Die Segmente Einzelhandel und Hotel spielen eine eher untergeordnete Rolle. Ausnahme bildet Bonn, wo die Büroprojekte die Wohnprojekte leicht in den Schatten stellen. In den nächsten Jahren gehen überdurchschnittlich viele konkrete Projekte an den Start. Hier heben sich die NRW-Städte erkennbar gegenüber den anderen deutschen A-Städten ab, wo das Baugeschehen wegen hoher Grundstücks- und Baukosten zumeist stagniert. 6,3 Millionen Quadratmeter weisen die Projekte in den Projektpipelines vieler Projektentwickler auf. Das übersteigt das Volumen der derzeit in Bau befindlichen Projekte mit 3,3 Millionen Quadratmetern um fast das doppelte.
Angst vor einem Überangebot oder überhitzten Märkten braucht kaum ein Projektentwickler zu haben: Aus der Vogelperspektive ist der Immobilienmarkt in NRW ein sehr diversifizierter Markt, etwa bezüglich Stadtgrößen oder Branchenschwerpunkten. Nach wie vor haben gerade internationale Investoren jedoch viele Vorbehalte gegenüber einzelnen Märkten in NRW. Andreas Schulten , Generalbevollmächtigter bei Bulwiengesa: “Nordrhein-Westfalen ist komplex und vielschichtig, mit Hidden Champions einerseits und strukturschwachen ‚weißen Flecken‘ andererseits. Auch wenn eine hohe Kenntnis lokaler Besonderheiten unabdingbar ist: Viele Immobilieninvestoren und -bauträger expandieren in diesen Monaten strategisch in das europäische Ausland. Dabei übersehen sie aber die Potenziale im relativ risikoloseren Nordrhein-Westfalen. Anders als in Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg, wo das Baugeschehen immer noch sehr punktuell und auf die Metropole konzentriert ist, sind in Nordrhein-Westfalen viele Standorte markttauglich.“
Elisabeth Gendziorra , Geschäftsführerin des BFW Nordrhein-Westfalen, Verband der mittelständischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, die die Studie mit ihrer Expertise unterstützt, ergänzt: „Uns hat besonders gefreut, dass durch das Werben seitens der NRW Landesregierung, insbesondere durch das Bauministerium und die Mitglieder der ‚Allianz für mehr Wohnungsbau‘, ein Klima für den Neubau entstanden ist, das erkennbar Früchte trägt: Die Studie weist mehr als sechs Millionen Quadratmeter Projektvolumen in den fünf untersuchten Kernräumen für konkret geplante Wohnungen, Büros, aber auch Hotels und Einzelhandel auf. Mit dem Inkrafttreten neuer Baugesetze kommt diese Studie gerade rechtzeitig, um die Zusammensetzung der maßgeblichen Akteure am Immobilienmarkt aufzuzeigen. Verlässlicher Partner für dieses enorme Wachstum sind die mittelständischen Wohnungs- und Immobilienunternehmen.“
Die Top-Akteure über alle Assetklassen hinweg stemmen ein Projektvolumen von insgesamt 2,6 Millionen Quadratmetern. Diese haben damit einen Markanteil von rund 18 Prozent am gesamten Projektentwicklermarkt. Dies zeigt auch, dass der Markt für Projektentwicklungen in NRW sehr kleinteilig ist – über 80 Prozent der Flächen werden von einer Vielzahl kleinerer und oft nur regional tätiger Bauträger entwickelt. Die Top-10 kennzeichnet insbesondere die Umsetzung von sogenannten Trading Developments, also „klassischen“ Entwicklungen zum Verkaufszweck. Rund ein Drittel der umgesetzten Projektflächen gehen auf Trading Developments zurück. Allein die Kölner GAG und die Bau- und Landesbetriebe NRW sind regionale Schwergewichte im wachsenden Markt für Investor- Developments. Die Top-3-Akteure sind die Zech Group, Pandion und die GAG Immobilien; diese Unternehmen zeichnet eine hohe Projektaktivität in Düsseldorf und Köln aus.
Über die Hälfte des Flächenvolumens lässt sich auf Wohnprojektentwicklungen zurückführen.
