Gewerbeimmobilien der Nutzungsklasse Büro waren 2016 nicht nur bei Investoren stark nachgefragt. Die äußerst stabilen Vermietungsumsätze führten zu steigenden Mieten. In Berlin war das Mietwachstum besonders groß, teuerste Standorte sind aber weiter Frankfurt und München.
In den Tagen nach dem Jahreswechsel trudeln traditionell die Berichte der Makler für den jeweiligen Immobilienmarkt und -standort in der Redaktion ein. Was die Bürovermietungsmärkte betrifft, war der Tenor bereits vorher klar: Die Umsätze an den Top-Standorten waren mindestens stabil, die Spitzenmieten stiegen – teilweise deutlich.
Die Top-10-Vermietungen des Jahres 2016
Berlin : In der Hauptstadt ging der Umsatz 2016 laut Savills zwar leicht auf 929.500 Quadratmeter (- 2,1 Prozent) zurück. Allerdings schnellte die Spitzenmiete um 16,5 Prozent auf 28,30 Euro pro Quadratmeter in die Höhe. Im Durchschnitt kostet ein Büro an der Spree 16 Euro.
Frankfurt : Ein echtes „Sahne“-Jahr war 2016 für den Immobilienmarkt am Main. Ein Gesamtumsatz von 540.900 Quadratmetern bedeutet laut NAI Apollo ein sattes Plus von 37,3 Prozent gegenüber 2015. Damit vermeldet die Bankenmetropole das beste Bürovermietungsergebnis seit 2007. Gleichzeitig blieb die Spitzenmiete stabil bei 39 Euro, die Durchschnittsmiete stieg auf 19,30 Euro. Vor allem Deals ab 5.000 Quadratmeter nahmen im Vergleich zu 2015 stark zu. In dieser Größenklasse gab es im Frankfurt Immobilienmarkt eine Umsatzverdoppelung auf 172.900 Quadratmeter.
Köln : Ähnlich umsatzstark schloss der Kölner Büromarkt ab. 410.000 Quadratmeter (+ 41 Prozent) pulverisierten die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2011. Verglichen mit dem starken Umsatzanstieg fiel das Mietwachstum laut Greif & Contzen moderat aus: 24,80 Euro in der Spitze (+30 Cent) und 12,20 Euro (+30 Cent).

Hamburg : 545.000 Quadratmeter Bürofläche fanden im vergangenen Jahr in Hamburg neue Mieter. Damit übertraf die Hansestadt zum dritten Mal in Folge die Marke von einer halben Million Quadratmeter. Die Leerstandsquote sank am Immobilienmarkt laut Engel & Völkers auf fünf Prozent. Die Durchschnittsmiete (14,80 Euro) und die Spitzenmiete (25,50 Euro) stiegen leicht an.
München : Laut German Property Partners (GPP) lag der Umsatz mit 764.000 Quadratmeter praktisch auf Vorjahresniveau. Zu diesem Ergebnis hat maßgeblich der BMW-Abschluss im vierten Quartal für das Projekt Businesscampus in Unterschleißheim (Landshuter Straße 26) beigetragen. Die Durchschnittsmiete im Immobilienmarkt an der Isar lag bei 15,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, die Spitzenmiete bei 35,25 Euro.
Laut dem IVD-Gewerbe-Preisspiegel 2016/2017 sind im Deutschland-Schnitt die Mieten für Büroflächen in allen Städteklassen und in allen Nutzungskategorien gestiegen. Das Mietwachstum habe sich im gesamten Immobilienmarkt sogar noch beschleunigt.
Unter den Metropolen sind die Büromieten in Berlin am stärksten gestiegen. München weist nach wie vor das mit Abstand höchste Mietniveau auf. Der Preisspiegel bildet Daten aus rund 350 Städten und Gemeinden ab. Mit 1,8 Prozent verzeichnen Büroflächen mit einfacher Ausstattung im Bundesdurchschnitt den stärksten Anstieg, gefolgt von 1,7 Prozent bei Büros mit gutem Nutzungswert.
Interessant auch: Laut IVD stiegen die Durchschnittsmieten in den deutschen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern aktuell weit weniger stark als noch im Vorjahr. Im Immobilienmarkt-Vergleich der Metropolen sind die sogenannten Schwerpunktmieten 2016 mit 4,5 Prozent in Berlin am stärksten gestiegen, gefolgt von Düsseldorf mit 4,0 Prozent. Getragen wird diese Entwicklung von einem starken Beschäftigungsaufbau insbesondere von Start-ups und großen Digitalunternehmen. Die Zahl der Beschäftigten ist in Berlin mit einem Plus von 24 Prozent zwischen 2005 und 2015 stärker gestiegen als in Central London.
Autor: Markus Gerharz