Roter Pfeil weist nach unten
Der Stimmungspfeil für Immobilieninvestoren weist weltweit und in Deutschland nach unten. (Quelle: Kaleb Tapp/Unsplash)

Investment 2022-08-19T07:29:49.773Z Immobilieninvestoren kommen nicht in Stimmung

RICS-Umfrage: Investorennachfrage sinkt in Deutschland vor allem bei Büros und Einzelhandel.

Die Ergebnisse des RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM) für das zweite Quartal 2022 zeigen, dass die Verbesserung der Stimmung der letzten Quartale auf globaler Ebene zum Stillstand gekommen ist. Grund dafür ist die anhaltende Straffung der Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken, angeführt von der US-Notenbank, und die Beschleunigung der Inflation, die noch nicht beendet zu sein scheint.

Der Commercial Property Sentiment Index für Deutschland fällt im zweiten Quartal von -1 auf -20. Nur 28 Prozent der Befragten ordnen die Bundesrepublik auf dem Höhepunkt des Zyklus ein. Dies waren im Vorquartal noch 53 Prozent. Während im ersten Quartal nur 27 Prozent angaben, das der Zyklus in einer Abschwungphase sei, sind es jetzt 71 Prozent. 

Die Investorenstimmung erreicht einen Wert von -26 (Q1: +5) und fällt somit seit Q1 2021 wieder ins Negative. Sie liegt zudem erstmals seit dem zweiten Quartal 2014 unter dem Wert der Mieterstimmung, der einen Wert von -14 verzeichnet (Q1: -7).

Die Investorennachfrage über alle Assetklassen sinkt auf ein Nettosaldo von -35 (Q1: +13 Prozent). Bei Büroimmobilien bricht der Nettosaldo nahezu ein und verzeichnet einen Wert von -42 Prozent (Q1: +23 Prozent), bei Industrieimmobilien sinkt der Saldo von +44 Prozent auf -1 Prozent. Auch Einzelhandelsimmobilien verlieren und sinken von -29 Prozent auf -61 Prozent.  

Deutschland als Immobilieninvestitionsstandort wird weiterhin als teuer (60 Prozent) und sehr teuer (31 Prozent) bewertet (Q4: 55 Prozent beziehungsweise 28 Prozent). Die verbleibenden neun Prozent sehen auf dem Markt faire Preise. Deutschland steht damit im europäischen Vergleich der Länder, die ihren Standort als teuer oder sehr teuer ansehen (91 Prozent), auf Platz eins.

Industrieimmobilien schneiden am besten ab

Die Kapitalwerterwartungen in den nächsten zwölf Monaten fallen bei allen Assetklassen in den negativen Bereich. Dabei schneiden Industrieimmobilien am besten ab, verzeichnen allerdings einen deutlichen Rückgang von +53 Prozent auf -4 Prozent. Büroimmobilien sinken am deutlichsten, hier fällt der Saldo von +31 Prozent auf aktuell -39 Prozent. Einzelhandelsimmobilien sind mit -70 Prozent weiter abgeschlagen (Q1: -40 Prozent). Die Einschätzung der Befragten zu den Mieten zeigen in den nächsten zwölf Monaten in Deutschland ähnliche Entwicklungen wie die Kapitalmarkterwartungen. 

Bereits im ersten Quartal nahmen die deutschen Teilnehmer eine negative Veränderung bei den Kreditkonditionen wahr, so dass dort der Nettosaldo bei -60 Prozent lag. Dieser ist aktuell nochmals deutlich gesunken und liegt jetzt bei -92 Prozent.

zuletzt editiert am 12. September 2022
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