Kein 0815: Die Strategien der Fondsmanager haben sich anscheinend mal wieder gedreht. Diversifizierte Private-Equity-Immobilienfonds werden seltener - Nischenprodukte sind im Kommen.
Das Gros der Private Equity Immobilienfonds hat bisher diversifizierte Strategien verfolgt. Dementsprechend lag der Anteil sektoral diversifizierter Fonds im langjährigen Mittel global auch bei rund 55 Prozent. Laut Swisslake Capital zeigte sich im ersten Halbjahr des Jahres 2017 jedoch ein anderes Bild: Diversifizierte Fondstrategien machen weltweit nur noch 42,1 Prozent aus. Noch deutlicher ist die Entwicklung in Europa und Asien, wo der Anteil diversifizierter Strategien auf 30 Prozent und 20 Prozent gesunken ist und weit vom langjährigen Mittelwert abweicht.
Auch bei der Unterscheidung nach Einzelländer- und Mehrländerallokationen zeichnen sich Unterschiede ab. So machen in Asien pan-asiatische Fondsstrategien nur noch einen Anteil von 7,7 Prozent aus, im Vergleich zu 33 Prozent im langfristigen Durchschnitt. In Europa liegt der Anteil mit 38,7 Prozent zwar über dem mittleren Wert der letzten Jahre (durchschnittlich 35,6 Prozent) fällt aber im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr deutlich zurück, als pan-europäische Fondsstrategien 63,4 Prozent ausmachten.
Die Nische gewinnt
Die Gewinner dieser Entwicklung sind laut Swisslake-Erhebung vornehmlich Nischenstrategien, insbesondere Hotel- und Finanzierungsfonds. In der Einzelländerallokation ist Großbritannien stark gefragt, neben Australien und Indien. Es bleibt spannend, ob sich der Trend weiter verfestigt oder in der zweiten Jahreshälfte wieder große Vehikel mit Mehrländerstrategien dominieren.
Swisslake ist ein unabhängiger Investmentberater und Assetmanager, der auf weltweite direkte und indirekte Immobilienanlagen spezialisiert ist.
