Finanzierung 2017-04-24T00:00:00Z Immobilienfinanzierungen: Margen der Banken sinken, LTVs steigen

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern verbessert sich laut BF.Quartalsbarometer wieder leicht. Die wichtigsten Ergebnisse.

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern verbessert sich leicht. Rund ein Drittel der befragten Banken stuft den Markt als progressiver ein. Damit bewegt sich das BF.Quartalsbarometer seitwärts mit leichter Aufwärtstendenz und steigt von 0,11 auf 0,49.

Bei der Bestandsfinanzierung sind die Margen der Immobilienfinazierer gesunken (von 135 auf 131 Basispunkte), die LTVs (Loan-to-Values) hingegen auf 71,3 Prozent gestiegen (plus 1,2 Prozentpunkte). Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen stiegen die Margen leicht auf 185 Basispunkte (Vorquartal: 181 Basispunkte), der durchschnittliche Loan-to-Cost (LTC) kletterte auf 73,2 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte).

Banken achten stark auf das Risiko
Bei der Finanzierung von Bestandsimmobilien gibt es keine großen Verschiebungen bei den Nutzungsarten. Jeweils rund 96 Prozent finanzieren Büro- und Wohnimmobilien. Die größte Veränderung gab es bei der Nischennutzungsart Mikroapartments / Studentenwohnen. Finanzierten im ersten Quartal 2017 noch rund 46 Prozent Objekte dieser Nutzungsart, waren es im zweiten Quartal bereits 52 Prozent.

Ein weiteres Kernergebnis: „Das Risiko- und Qualitätsbewusstsein unter den Befragten ist angestiegen“, erläutert Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG. Dies zeigt sich bei der Frage nach den Schwerpunkten im Neugeschäft. Dabei verlieren die Maximierung von Ertrag und Rendite an Bedeutung (minus 2,2 Prozentpunkte), gleichzeitig gewinnt die Risikominimierung an Gewicht (plus ein Prozentpunkte).

„Das gestiegene Risikobewusstsein spiegelt sich auch bei den Kreditentscheidungen wider. Nur bei 4,5 Prozent der Kreditentscheidungen trifft der Neugeschäftsbereich maßgeblich die Entscheidung. Die Risikoabteilung setzt sich hingegen bei einem Viertel der Kreditentscheidungen durch (plus 2,1 Prozentpunkte)“, so Köppel weiter.

Kredite scheitern oft am Projektrisiko
Die selektive Finanzierung der Banken zeigt sich auch bei der Beantwortung der Frage, warum Darlehensvergaben nicht zustande gekommen sind. Rund 60 Prozent aller Befragten gaben an, dass Finanzierungen entweder wegen zu hoher Projektrisiken, einem mangelhaften Track Record des Darlehensnehmers oder einem zu geringen Eigenkapitalanteil des Darlehensnehmers nicht zustande gekommen sind.

Die BF.direkt AG veröffentlicht vierteljährlich as BF.Quartalsbarometer, das durch die Bulwiengesa AG erarbeitet wurde. Der Index gibt die Stimmung und das Geschäftsklima der Immobilienfinanzierer in Deutschland umfassend wieder. Der Quartalsbarometerwert wird aus verschiedenen Einzelwerten errechnet.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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