Finanzierungsindex-JLL-ZEW
Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) (Quelle: JLL und ZEW)

Finanzierung 2017-12-14T00:00:00Z Immobilienfinanzierer verhalten positiv

Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Schlussquartal erstmals im Jahr 2017 positiv abgeschlossen.

Die eindeutigsten Zugewinne bei den Erwartungen an die Geschäftslage im kommenden Halbjahr verzeichnen Finanzierungen von Logistik-, Wohn- und Büroimmobilien. „Nach zuletzt deutlich negativen Werten deuten die entsprechenden Salden aus positiven und negativen Prognosen der teilnehmenden Institute wieder auf ein stabiles Finanzierungsumfeld 2018 hin“, so Dr. Oliver Lerbs, kommissarischer Leiter des Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Bei Einzelhandelsfinanzierungen hingegen zeigten sich die Experten ähnlich vorsichtig wie im Vorquartal.

Nach den zwischenzeitlichen Einbrüchen der entsprechenden Indikatoren zu Jahresbeginn signalisieren die DIFI-Umfragen der letzten drei Quartale für sämtliche Refinanzierungsinstrumente insgesamt eine stabile Entwicklung. Während sich die Einschätzung der aktuellen Situation bei Einlagen, Pfandbriefen, Schuldverschreibungen und Mortgage Backed Securities dabei durchweg verbesserte, gaben die Prognosen überwiegend leicht nach. Ein entgegengesetztes Bild ergibt sich dagegen bei Immobilienaktien. „Im längerfristigen Trend wird erkennbar, dass klassische Kundeneinlagen zur Refinanzierung von Deals das Tal, das sich seit Mitte 2015 abzeichnete, durchschritten zu haben scheinen. Auf den Pfandbriefmärkten ist dagegen die dynamische Entwicklung des Vorjahres abgeklungen“, so Anke Herz.

Die Sonderfrage des DIFI thematisierte die Verlängerung und gleichzeitige Modifizierung des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank – mit den Änderungen für Preisstruktur und Risikobereitschaft von Finanzierungen. „Gut ein Drittel der Experten sieht durch die Entscheidung eine größere Bedeutung der Margen gegenüber den Gebühren heraufziehen, in ähnlichem Umfang wird von einer höheren Risikobereitschaft der Finanzierer ausgegangen, nach wie vor basierend auf den weiterhin historisch niedrigen Langfristzinsen“, so Anke Herz.

Prognose der Zinssätze
Anke Herz weiter: „In Bezug auf das absolute Preisniveau der Finanzierungen und die Finanzierungslandschaft geht eine große Mehrheit der Befragten von 82 beziehungsweise 70 Prozent davon aus, dass es zu keinen wahrnehmbaren Veränderungen kommen wird.“

Die Experten wurden außerdem um eine Prognose wichtiger Zinssätze für die kommenden zwei Jahre gebeten. Den Drei-Monats-EURIBOR sehen sie Ende 2018 mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen -0,3 und -0,1 Prozent, Ende 2019 zwischen -0,1 und 0,2 Prozent. Die Rate für einen Euro-Zinsswap mit fünf beziehungsweise zehn Jahren Laufzeit gegenüber dem Sechs-Monats-EURIBOR wird Ende 2018 zwischen 0,3 und 0,5 Prozent beziehungsweise 0,9 und 1,2 Prozent erwartet, Ende 2019 zwischen 0,5 und 1,0 Prozent, respektive 1,2 und 1,6 Prozent.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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