Wegen der Corona-Krise haben mehrere Unternehmen Dividendenkürzungen und andere Maßnahmen angekündigt.
Die Aktionäre großer Pfandbriefbanken gehen vorerst leer aus. Die Deutsche Pfandbriefbank und die Aareal Bank schütten zunächst – mindestens bis zum 1. Oktober 2020 – keine Dividende aus. Damit folgen sie einer Empfehlung der EZB.
Wie bereits andere Aktiengesellschaft vor ihr hat nun auch die DIC Asset AG ihre Prognose für das operative Ergebnis (Funds from Operations FFO) reduziert. War im Februar noch davon die Rede, dass es um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf eine Spanne von 104 bis 106 Millionen Euro steigen werde, so heißt es nun: Die Gesellschaft erwarte, FFO von „94 bis 96 Millionen Euro und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres 2019 zu erwirtschaften“.
An dem Dividendenvorschlag und der Dividendenpolitik der letzten Jahre hält DIC Asset dagegen fest und wird der Hauptversammlung weiterhin eine Dividendenausschüttung von 0,66 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vorschlagen, mit der Möglichkeit die Dividende auch in Form neuer Aktien zu beziehen. Die ordentliche Hauptversammlung findet voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020 statt.
Das Unternehmen erwartet sinkende Mieteinnahmen. Bis zum 3. April 2020 haben DIC-Mieter (unter anderem Einzelhändler des Non-Food-Bereiches, Gastronomie und Hotels) mit einem Mietvolumen von rund 1,5 Millionen Euro pro Monat den Wunsch zur Zahlungsaussetzung ihrer Miete für bis zu drei Monaten angezeigt.
Die Alstria Office REIT AG hat ihren Dividendenvorschlag zurückgezogen. Über das Thema solle erst entschieden werden, wenn die Auswirkungen der Pandemie klarer seien. Das Mietvolumen derer, die ihre Zahlungen stunden wollen, liege bei einer Million Euro pro Monat oder 6,8 Prozent, teilte das Unternehmen mit.
Die Hamborner REIT AG hat ihre Prognose für die FFO 2020 zurückgezogen. Eine neue Prognose gab es bisher nicht. Genauso hat auch die Deutsche Euroshop AG reagiert: „Eine neue Prognose wird abgegeben, sobald dies möglich ist“, hieß es von Unternehmensseite.
Die Deutsche Wohnen AG hat angekündigt, dass die Dividende zwar etwas höher ausfallen wird als im Vorjahr. Doch die Steigerung fällt niedriger aus als vorgeschlagen, um einen 30-Millionen-Euro Hilfsfonds für Mieter einzurichten. Die Aktionäre erhalten 0,90 Euro.
Stabil bleiben die Dividenden von Wohnungsunternehmen wie Vonovia (1,57 Euro) und LEG Immobilien (3,60 Euro je Aktie) trotz der Krise.
Längst noch nicht alle deutschen Immobilien-Aktiengesellschaften haben bisher öffentlich auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie reagiert.