Ein Mann. 30 Praktika. In verschiedensten Unternehmen der Immowelt. Ron Hess wird in unserer Serie #ichlernenoch freiwillig zum Langzeitpraktikanten.
Kennen Sie die Region Neckar-Alb? Ich kannte sie jedenfalls nicht und musste vor Antritt meines Praktikums erstmal den Atlas aus dem Bücherschrank nehmen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Nicht nur Reutlingen, Tübingen und Co konnten sich sehen lassen. Vor allem mein vierter „Praktikumsbetrieb“, die Fiedler Gewerbeimmobilien GmbH hat alle Erwartungen übertroffen. Das hängt auch mit der Region Neckar-Alb zusammen. Aber dazu später mehr.

Schon der erste Eindruck in meinem temporären Zuhause konnte sich wortwörtlich sehen lassen. Ich hatte tatsächlich einen Balkon an meinem Hotelzimmer – und einen Ausblick, den ich in den vergangenen Praktika (ohne es zu wissen) vermisst habe. Der Neckar-Alb Kreis ist ja bildschön! Bei dem Ausblick kann man sich eigentlich nur auf die anstehenden zwei Tage freuen. Und auch der erste Eindruck im neuen Büro übertrifft meine Erwartungen. Alles hochmodern mit verschiedenen Arbeitsbereichen und wohlüberlegtem Industrie-Charme. Ich stelle fest, dass es sich wohl um das schönste Büro handelt, in dem ich bislang arbeiten durfte. Und ich stelle fest: Das mit dem Ausblick können die hier unten ganz gut…
Gewerbeimmobilien mit Blick und Ausblick
Schon nach wenigen Minuten bei Fiedler Gewerbeimmobilien wird mir klar: Ich bin bei einem echten Hidden Champion gelandet. Seit 30 Jahren hat sich das Familienunternehmen auf Gewerbeimmobilien in der Region spezialisiert – und sich Stück für Stück zum Lokalmatador hochgearbeitet. Dementsprechend gefragt ist das Unternehmen.
Für seine Auftraggeber kümmert sich Fiedler um die Vermietung und den Verkauf von Gewerbeflächen. Auch wenn es darum geht, leerstehenden Gebäuden neues Leben einzuhauchen oder Immobilienbestand in die Zukunft zu übertragen, wenden sich Unternehmen an die Expertinnen und Experten von Fiedler Gewerbeimmobilien.
Die Person, die den Grundstein dafür gelegt habe, darf ich dann auch direkt kennenlernen: Gerhard Fiedler, der das Unternehmen 1993 gegründet hat, ist auch gleich mein erster Gesprächspartner. Gemeinsam mit der Kommunikationsverantwortlichen, Franziska Dobner, wollen wir ein neues Produkt diskutieren: eine Spinnerei aus der Gründerzeit. Es geht um eine 6.000 Quadratmeter große Produktionshalle auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnerei bei Reutlingen, die saniert und vermittelt werden soll – diese zahlreichen Wortwitze, die sich bei einer Spinnerei ergeben, lasse ich an dieser Stelle aus, denn auch wenn man es nicht glauben mag, so habe ich mir noch etwas Würde und Stolz bewahrt. Erwähnen muss ich jedoch das Wasserkraftwerk, das zur Spinnerei gehört. Denn ja klar, wer hat sowas nicht?
Das Areal in Wannweil durfte ich mir dann persönlich anschauen. Und was soll ich sagen? Da wurde auf jeden Fall ein großes Rad gedreht. Fiedler sieht hier Potenzial, investiert in die Revitalisierung und sucht nach neuen Nutzern. Das Gelände besichtigten wir gemeinsam mit dem Gemeinderat. Allen war klar: die historische Außenhülle der großen Halle soll erhalten bleiben. Das alles haben sie hier übrigens diskutiert, ohne auch nur einmal „ESG“ zu sagen. Bemerkenswert!
Sally – Head of Satisfaction

Eine Kollegin möchte ich an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben: Sally. Sie ist verantwortlich für das Thema Mitarbeiterzufriedenheit bei Fiedler. Die Hundedame ist offenbar auch für die Praktikanten im Unternehmen verantwortlich, weswegen sie mir besondere Aufmerksamkeit schenkt. Ich führe das allerdings auch auf unseren Spielzeug-Papageien „LORA“ von on-geo zurück, den ich Sally als Gastgeschenk überbringe. Wer ebenfalls fellige Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen und Bedarf an Papageien hat, kann mich übrigens gerne anschreiben.
Sally stimmt mich auch auf den zweiten Praktikumstag ein, der unerwartet dramatisch wird. Wir besuchen nämlich eine ehemalige Druckerei. Der Mieter musste im Zuge der Corona-Pandemie so wie viele weitere Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden. Die Halle, in der das Unternehmen gearbeitet hat, ist noch voll ausgestattet. Eigentlich könnte man direkt wieder loslegen: Druckmaschinen, Büroinventar, benötigte Chemikalien. So sieht Insolvenz leider aus. Diese Besichtigung geht mir sehr nahe. Hier verloren Menschen ihre Arbeit und ihr kollegiales Miteinander. Wirklich schade. Die Aufgabe von Fiedler Gewerbeimmobilien ist es nun, neue Nutzer zu finden, die diesen Flächen neues Leben einhauchen. Eine spannende und wirklich wichtige Aufgabe, für die ich viel Erfolg wünsche.
Immobilien sind kein Großstadt-Thema
Die Zeit in der Region Neckar-Alb war, um es mit einem Wort zusammenzufassen, großartig. Hier wird richtig „geschafft“. Die Arbeit ist vor allem eines: lösungsorientiert. Hier arbeiten Unternehmen, Politik, Projektentwickler und Vermittler eng und unbürokratisch zusammen, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Das kennt man aus Großstädten viel zu oft anders.
Generell ist es spannend zu sehen, wie pragmatisch die Immobilienwirtschaft im nun doch eher ländlichen Raum, man spricht ja auch vom Ländle, agiert. Hier kommt man ganz ohne Buzzwords aus und schafft dennoch die gleiche Qualität wie in den „Big Seven“.
Ich möchte dem tollen Team von Fiedler Gewerbeimmobilien ganz herzlich danken für spannende Erfahrungen und eine tolle Zeit in und um Reutlingen.
Praktikums-Barometer
