Im ersten Quartal wurden Hotelimmobilien im Milliarden-Volumen in Deutschland verkauft. Ob es am Ende des Jahres tatsächlich einen Rekordumsatz gibt scheint aber fraglich.
Das erste Quartal 2017 lässt es erahnen: In diesem Jahr steuert der Investmentmarkt für Hotelimmobilien auf einen neuen Rekord zu . Laut Jones Lang LaSalle wechselten zwischen Januar und März Hotelimmobilien und -Portfolios für 1,1 Milliarden Euro in Deutschland den Eigentümer. CBRE kommt sogar auf 1,5 Milliarden Euro und Colliers International auf eine glatte Milliarde Euro.
Einig sind sich alle drei Häuser, dass die Zahlen aus dem Vorjahr deutlich übertroffen wurden – je nach Interpretation der Zahlen um 45 bis 55 Prozent. Dominiert haben dabei Einzeltransaktionen, wie der Verkauf des Radisson Blu Hotels in Hamburg. Generell gilt auch bei Hotelimmobilien: "Vermehrt wechseln Projektentwicklungen den Eigentümer. Diese Transaktionen unterstreichen den Trend, dass sich Investoren trotz des Projektrisikos Standorte bereits frühzeitig sichern“, sagt Armin Bruckmeier, Head of Corporate Hotels Brokerage Germany & CEE bei CBRE.

Deutsche Investoren kaufen zu, ausländische machen Kasse
Deutlich ausgeglichener als noch im Jahr zuvor sieht Colliers das Verhältnis zwischen nationalen und internationalen Käufern. Deutsche Investoren waren zwar auch diesmal mit gut 600 Millionen Euro (58 Prozent am TAV) die aktivere Gruppe, verloren aber zum Vorjahr 29 Prozentpunkte. Auf Verkäuferseite hatten hingegen internationale Investoren die Nase vorne. Ausländische Verkäufer zeichneten für gut 560 Millionen Euro verantwortlich und konnten ihren Anteil am Transaktionsvolumen um 47 Prozentpunkte auf 55 Prozent steigern.
Als Folge der Marktentwicklung sinken die Renditen, die vor allem bei langfristig vermieteten Top-Objekten in Top-Standorten letztes Jahr laut JLL noch bei 5,5 Prozent lagen. Aktuell sind sie "bereits auf unter fünf Prozent gesunken", sagt Stefan Giesemann, Senior Vice President der Hotels & Hospitality Group von JLL, Germany.
Limitiertes Angebot bremst Investoren
Bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen ist eine Wiederholung des Rekordergebnisses aus 2016 durchaus denkbar, ein deutliches Übertreffen aufgrund der limitierenden Faktoren aber eher unwahrscheinlich“, so Andreas Erben, Geschäftsführer Colliers International Hotel.