News 2020-04-09T00:00:00Z Hotelinvestmentmarkt legt im ersten Quartal zu

Am deutschen Hotelinvestmentmarkt wurden im ersten Quartal 2020 925 Millionen Euro investiert. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um 31 Prozent. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

„Dieses hohe Transaktionsvolumen spiegelt die Marktstimmung vor den Auswirkungen der aktuellen Krise wider“, erläutert Olivia Kaussen, Head of Hotels bei CBRE in Deutschland. „Im ersten Quartal lag der Fokus der Investoren vor allem auf risikoärmeren Assets.“ So entfiel 96 Prozent des Investitionsvolumens auf Core oder Core-Plus Objekte. Im ersten Quartal 2019 waren es noch 75 Prozent. Bei den Sterne-Kategorien der gehandelten Hotels hingegen gab es keine großen Veränderungen. Der Großteil des Investitionsvolumens fokussierte sich auf 3-Sterne-Hotels (31 Prozent) oder auf 4-Sterne-Hotels (61 Prozent). Mit 20,5 Millionen Euro ist auch die durchschnittliche Transaktionsgröße relativ stabil. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei 21,5 Millionen Euro.

„Am Jahresanfang setzten die Investoren hauptsächlich auf Bestandsobjekte, während Projektentwicklungen im Vergleich zum Vorjahr ins Hintertreffen gerieten. Dies ist jedoch auch auf die Angebotssituation zurückzuführen“, sagt Kathrin Jung, Head of Hotel Investment Germany. In den ersten drei Monaten 2020 betrugt der Anteil von Bestandshotels am Investmentmarkt 83 Prozent – Anfang 2019 waren es 65 Prozent. Neben Bestandsobjekten spielten vor allem Portfolios eine große Rolle. Ihr Marktanteil vervierfachte sich von 15 Prozent im ersten Quartal 2019 auf 58 Prozent in den ersten drei Monaten 2020, was 539 Millionen Euro entspricht. Vor allem Aroundtown prägte im ersten Quartal mit zwei Großtransaktionen das Marktgeschehen: Zum einen durch die Übernahme der TLG Immobilien inklusive ihrer Hotels, zum anderen durch den Verkauf eines Hotelportfolios an Primonial. Das Investitionsvolumen in Einzelassets ging hingegen um 36 Prozent auf 386 Millionen zurück.

Hotelinvestmentmarkt wurde internationaler
Im ersten Quartal ist der deutsche Hotelinvestmentmarkt spürbar internationaler geworden. So stellten internationale Investoren mit 63 Prozent die Mehrheit des Anlagekapitals – Anfang 2019 waren es lediglich 39 Prozent. Bei den Verkäufern hingegen stellten deutsche Investoren mit 63 Prozent die Mehrheit (Q1 2019: 71 Prozent).

Auswirkungen von Covid-19
CBRE erwartet, dass sich Covid-19 zumindest kurz- und mittelfristig negativ auf den Immobilienmarkt in Europa auswirken wird. Die expansiven Ansätze der Europäische Zentralbank (EZB) und anderer Zentralbanken in der Geldpolitik deuten darauf hin, dass das Niedrigzinsumfeld wahrscheinlich noch länger anhalten wird. Darüber hinaus haben viele Regierungen weitere fiskalische Lockerungen begonnen. Die Kombination dieser beiden Maßnahmen dürften vielen Volkswirtschaften helfen, die ansonsten noch deutlich stärkere Auswirkungen auf ihre Wirtschaft zu befürchten hätten.

„Aufgrund der derzeitigen Situation können wir keine seriösen und belastbaren Prognosen für das Investitionsvolumen zum Jahresende 2020 geben“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. „Wir verfolgen das aktuelle Marktgeschehen mit unseren Experten aus den verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft sehr genau, um unseren Kunden die richtigen Entscheidungshilfen in der von hoher Unsicherheit geprägten Zeit geben zu können.“

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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