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Weniger als die der Befragten verfügen zu Hause über eine ordnungsgemäße Arbeitseinrichtung. (Bild: Standsome/Unsplash)

News 2021-01-27T00:00:00Z Homeoffice-Studie: Alarmierende Arbeitssituation

Seit heute müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten. Eine neue Fellowes-Studie zeigt die Auswirkungen der Heimarbeit auf die psychische und physische Gesundheit.

Homeoffice ist seit Beginn der Corona-Pandemie Alltag in vielen Unternehmen. Seit heute, dem 27. Januar 2021, sind Arbeitgeber sogar dazu verpflichtet ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, sofern es die Tätigkeit erlaubt. Die Verordnung ist zunächst bis zum 15. März befristet.

Über 90 Prozent der Arbeitnehmer möchten gerne langfristig von zu Hause aus arbeiten, selbst wenn die psychische und physische Belastung für viele höher ist als im Büro. Die tatsächliche Arbeitssituation eines Großteils der Arbeitnehmer ist aber geradezu alarmierend, wie die Studie von Fellowes zeigt. Untersucht wurde die körperliche und geistige Belastung von Büroangestellten, die seit Beginn der Corona-Pandemie von zu Hause aus arbeiten. Dazu wurden 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland befragt, die seit mindestens vier Monaten im Homeoffice arbeiten. Die neue Studie belegt, dass Homeoffice Symptome wie Rücken-, Kopf-, oder Nackenschmerzen sogar verstärkt und für viele Arbeitnehmer auch die psychische Belastung steigt.

Gesundheitliche Auswirkungen im Homeoffice

Mehr als 40 Prozent der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich im Homeoffice müde und antriebslos, ein Drittel (34 %) ist einsam und isoliert und ein Viertel (25 %) gestresst oder ängstlich. Unzureichende Heimarbeitsplätze gefährden zudem die körperliche Gesundheit der Arbeitnehmer, da weniger als die Hälfte (41 %) über eine ordnungsgemäße Arbeitseinrichtung verfügen, obwohl es eine gesetzliche Vorschrift für Arbeitgeber ist, diese sicherzustellen. Die Studie fordert Arbeitgeber auf, aktiv zu werden, um die Gesundheit der Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, zu schützen. 20 Prozent der Befragten gaben zu, dass sie am Küchen- oder Esstisch arbeiten, acht Prozent sogar vom Sofa aus. Es ist daher keine Überraschung, dass fast die Hälfte (48 %) bei der Arbeit von zu Hause aus eine höhere körperliche Belastung erfährt, wobei mehr als ein Viertel unter angestrengten Augen (27 %), einem steifen Nacken (31 %), einem wunden oder schmerzenden Rücken (38 %) und Kopfschmerzen (34 %) leidet.

Anforderungen an die Ausstattung im Homeoffice

Zu den wichtigsten Anforderungen an die Ausstattung gehören eine bessere Rückenunterstützung durch den Stuhl (31 %), ein neuer Stuhl (34 %) oder die Möglichkeiten zwischen Sitzen und Stehen während der Tätigkeit am Schreibtisch wechseln zu können (31 %). Die Mitarbeiter geben ihr eigenes Geld für die Ausstattung ihres Heimarbeitsplatzes aus (66 %) und investieren im Durchschnitt 1.060 Euro - was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber keine angemessene Unterstützung bieten.

Fürsorgepflicht der Arbeitgeber

59 Prozent der Befragten wurden von ihrem Arbeitgeber für das Homeoffice mit Hardware-Geräten ausgestattet. 15 Prozent forderten von ihrem Arbeitgeber Geräte an, erhielten aber nie eine Antwort, während die Anfrage bei acht prozent abgelehnt wurde. Dennoch haben zwei Drittel der Befragten das Gefühl, dass sich ihr Arbeitgeber um ihre körperliche (66 %) und geistige (68 %) Gesundheit sowie ihr Wohlbefinden kümmert. Auch wenn zeitgleich die Meinung vorherrscht, dass das Wohlergehen der Mitarbeiter im Vergleich zu Produktivität, Ergebnissen, Geldverdienen und guter Zusammenarbeit im Team am wenigsten wichtig ist.

Homeoffice als neue Arbeitsrealität

Trotz der weit verbreiteten Ansicht, dass Heimarbeit eine bessere Work-Life-Balance bedeutet, arbeitet fast die Hälfte (46 %) länger von zu Hause aus als im Büro, wobei mehr als jeder Vierte (23 %) nicht in der Lage ist, sein Privatleben von seiner Arbeit zu trennen. Jeder Fünfte fühlt sich schuldig, wenn er eine Pause einlegt. Obwohl die Arbeit von zu Hause aus eine physische Belastung für die Arbeitnehmer darstellt und sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirkt, möchte ein Großteil (90 %) auch in Zukunft im Homeoffice arbeiten und genießt die größere Flexibilität. Die meisten (70 %) würden sich jedoch motivierter und produktiver fühlen, wenn sie eine bessere Arbeitsumgebung zu Hause hätten.

Christian Brunner , Vorsitzender des Instituts für Gesundheit und Ergonomie, kommentiert: „Wenn wir keine Maßnahmen ergreifen, um unsere Gesundheit bei der Arbeit zu schützen, egal ob zu Hause oder im Büro, werden wir in Zukunft viele Probleme bekommen. Unzureichende Arbeitsbedingungen, ungeeignete Ausrüstung und der Druck, länger von zu Hause aus zu arbeiten, werden sich langfristig sowohl auf unsere geistige als auch auf unsere körperliche Gesundheit negativ auswirken. Daher müssen wir jetzt Maßnahmen ergreifen.“

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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