Holzbalken vor blauem Himmel. Quelle: Greg Rosenke/Unsplash
Holz hat viele Vorteile als Baustoff. Es ist leicht, belastbar, langlebig und wächst enorm schnell nach. Quelle: Greg Rosenke/Unsplash

Nachhaltigkeit & ESG

01. October 2021 | Teilen auf:

Holz-Hybrid: Die Zukunft zur Gegenwart machen

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch vor der Immobilienbranche immer stärker an Wichtigkeit. Wie aber lässt sich umfassender Klimaschutz im Neubausegment realisieren? Eine Möglichkeit ist die Holz-Hybrid-Bauweise. Ein Beitrag von UBM Development.

Kontinuierlicher Temperaturanstieg und immer neue Extremwetterereignisse – der lange Zeit fälschlicherweise eher als Zukunftsthema betrachtete Klimawandel hat Mitteleuropa längst erreicht. Auf allen Ebenen der Gesellschaft werden Klimaschutzmaßnahmen intensiviert und nun auch auf Wirtschaftsfelder ausgeweitet, die diesbezüglich bislang weniger im Fokus standen. Spätestens mit der neuen Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union, deren vorrangiges Ziel es ist, anhand klarer ESG-Kriterien Investitionen in ökologisch und sozial nachhaltige Projekte umzulenken, wird nun auch die Bau- und Immobilienbranche als einer der weltweit größten CO2-Emittenden in die Pflicht genommen. Die Zeit für konventionelle Immobilienprojekte läuft damit endgültig aus, denn Nachhaltigkeit wird künftig nicht mehr nur ein Marketingargument auf Basis wohlklingender Zertifizierungen sein, sondern zu einer Kerndisziplin aller Projektentwickler werden müssen, um Investitionen langfristig erfolgreich zu machen.

Energieeffizienter Betrieb ist nur der Anfang

Wie aber lässt sich umfassender Klimaschutz im Neubausegment realisieren? Auf diese Frage gibt es keine singuläre Antwort. Was es braucht, ist ein neuer, ganzheitlicher Nachhaltigkeitsbegriff. Dafür aber gilt es, parallel an vielen Schrauben zu drehen.

Ein wesentliches Innovationsfeld ist und bleibt dabei natürlich der Bereich Energieeffizienz. Hier konnten in der jüngsten Vergangenheit bereits beachtliche Erfolge erzielt werden, indem neue Dämmverfahren und innovative smarte Technologien integriert wurden, um den Energieverbrauch zu senken, bzw. Gebäude sogar als Energieerzeuger zu aktivieren. Allerdings kommen derlei Ansätze im Wohnungsbau noch kaum vor, und auch bei Bürogebäuden sind echte Smart Buildings bis heute eher die Ausnahme – bloße Leuchtturmprojekte, die zeigen, was technologisch möglich ist und damit ihr Licht in eine fernere Zukunft strahlen.

Vor allem aber zielen auch die innovativsten technologischen Lösungen ausschließlich auf einen möglichst nachhaltigen Betrieb der Gebäude ab, haben aber keinerlei direkte Auswirkungen auf die CO2-Bilanz der Bauphase. Gerade dort muss jedoch angesetzt werden, konkret: auf der Materialebene.

Weniger Beton für mehr Nachhaltigkeit

Der wesentliche Grundstoff nahezu aller Neubauprojekte ist Beton. Für dessen Herstellung werden weltweit über 4,6 Milliarden Tonnen Zement im Jahr produziert, wobei rund 2,8 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen. Das sind ganze acht Prozent der globalen Emissionen und drei Milliarden Tonnen mehr als die USA insgesamt emittieren. Dennoch wird der Baustoff Beton kaum in Frage gestellt, weil er nicht nur günstig, enorm stabil und haltbar ist, sondern auch einfach und schnell zu verbauen. All diese Faktoren sprechen dafür, dass wir dieses Material auf absehbare Zeit nie komplett werden ersetzen können – schon aus ökonomischen Gründen. Wir können es aber durchaus in Teilen ersetzen.

Unter dem Slogan „green. smart. and more.“ hat die UBM einen neuen Nachhaltigkeitsstandard geschaffen, der sich nicht mehr nur ausschließlich auf einen ökologischen Betrieb der Gebäude mittels umfassender Integration smarter Technologien fokussiert, sondern die gesamte Wertschöpfungskette nach ESG-Kriterien ausrichtet. Unsere Lösung auf der Materialebene lautet: Holz-Hybrid-Bauweise.

Baustoff Holz – schneller und gesünder bauen

Holz ist ein faszinierender Baustoff. Er speichert Kohlenstoff und entzieht so aktiv der Atmosphäre CO2 statt mehr davon zu emittieren. Zudem ist Holz leicht, belastbar, langlebig und – es wächst enorm schnell nach. Darüber hinaus bringt der Einsatz von Holz deutliche ökonomische Vorteile mit sich. Denn hölzerne Bauteile können industriell vorgefertigt werden, wodurch sich die Bauzeit deutlich verkürzt und Kosten auf der Baustelle eingespart werden. Auch sorgt Holz für ein gesundes Raumklima mit natürlich besserer Luftqualität, bringt zugleich hohe Dämmeigenschaften mit und ist im Sinne des Cradle-to-Cradle vollumfänglich wiederverwertbar. Dies alles verdeutlicht, weshalb Holz-Hybrid nicht mehr die Zukunft, sondern für UBM bereits die Gegenwart des Bauens ist. 

Nach einem ersten rundum gelungenen Pilotprojekt in Wien, dem Wohngebäude barany.7, errichtet UBM nun neben dem FAZ-Tower im Frankfurter Europaviertel mit „Timber Pioneer“ das erste großformatige Holz-Hybrid-Bürohaus der Stadt. In diesem achtstöckigen Gebäude mit rund 14.100 Quadratmetern Bürofläche werden rund 1.500 Kubikmeter schnell nachwachsendes Fichtenholz aus heimischen Wäldern verbaut, wodurch ebenso viel CO2 dauerhaft gebunden wird, während sich die durch den Bau entstehenden CO2-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise um rund 80 Prozent reduzieren. Zugleich integriert „Timber Pioneer“ zahlreiche innovative Technologien und ist damit sowohl „Green Building“ als auch „Smart Building“.

Eine neue Ära des Bauens

Bei aller innovativen Strahlkraft ist „Timber Pioneer“ jedoch kein Leuchtturmprojekt, das eine mögliche Zukunft illuminiert. „Timber Pioneer“ ist nichts weniger als unser Startschuss für eine neue Ära des Bauens. Mit ihrer neuen, ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich UBM darauf festgelegt, ab sofort verlässliche ESG-Nachhaltigkeitskriterien in den Mittelpunkt ihres unternehmerischen Handelns zu stellen. Künftig bei jedem unserer Neubauprojekte verbindlich zu prüfen, inwieweit es in Holzbauweise errichtet werden kann, ist ein integraler Bestandteil dieser Strategie. Denn nur wer die Materialität mitdenkt und Beton wo immer möglich durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt, ist auch in der Lage weitgehend klimaneutral zu bauen und damit Investitionen nachhaltig zu sichern.

Wir haben uns daher das klare Ziel gesetzt, zu Europas größtem Holz-Hybrid-Entwickler zu werden und diese Bauweise mit aller Kraft voranzubringen. Wer Klimaschutz ernstmeint, muss umdenken. Nicht morgen – jetzt.

Ein Gastbeitrag von UBM Development.