Modernes Wohngebäude mit Holzfassade und Balkonen in urbaner Umgebung.
So sieht der alte Hochbunker in der Mont-Cenis-Straße in der Ruhrgebietsstadt Herne heute aus. (Quelle: Archy Nova)

Projekte 2024-10-09T06:40:18.906Z Hochbunker in Herne zu Wohnhaus umgebaut

Wohnen im Bunker: Der Hamburger Projektentwickler Archy Nova hat ein Transformationsprojekt in Herne fertiggestellt.

Archy Nova hat im ehemaligen Sodinger Hochbunker in Herne das nachhaltige Wohnprojekt „we-house“ fertiggestellt. Vier Jahre lang wurde der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg aufwendig saniert und zu einem Wohnhaus umgebaut. Das inklusive Mehrgenerationenhaus umfasst heute 25 barrierefreie Wohnungen und Wohngemeinschaften mit Größen von 35 bis 145 Quadratmetern.

Ein modernes Esszimmer mit Holzmöbeln, Pflanzen und großen Fenstern, die viel Licht hereinlassen.
Blick in eines der Apartments. (Quelle: Archy Nova)

Darüber hinaus bietet das Projekt zahlreiche Gemeinschaftsangebote wie Gästewohnungen, Gemeinschaftsküche, Dachterrasse mit Sauna und Fitness, sowie Car-Sharing, Lastenfahrräder und eine Einkaufsgemeinschaft. Eine Indoor-Farm produziert ganzjährig Lebensmittel für die Kulturküche, die auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann. Jeder Bewohner ist Gesellschafter der we-house Herne GmbH & Co. KG und hat somit ein Mitbestimmungsrecht.

„Mit der Inbetriebnahme der Indoor Farm konnten wir dieses einzigartige Wohn- und Bauprojekt nach rund fünf Jahren Planungs- und Bauzeit erfolgreich abschließen“, kommentiert Alex Timm, Geschäftsführer von we-house Herne. „Die Transformation eines ehemaligen Hochbunkers in ein modernes Mehrgenerationenhaus nach zeitgemäßen Wohn- und Nachhaltigkeitsstandards war oft eine große Herausforderung. So mussten wir beispielsweise alle Fenster aufwendig aus den rund zwei Meter dicken Wänden herausschneiden.“

Ein großer gelber Kran arbeitet vor einem alten Bunker, umgeben von Bäumen an einem bewölkten Tag.
Das Bild zeigt, wie neue Fenster in den zwei Meter dicken Bunkerwänden entstanden sind. (Quelle: Archy Nova)

Das Energie- und Ressourcenkonzept des we-house Herne mit rund 3.400 Quadratmetern Nutzfläche ist zukunftsweisend. Die Abwärme des Mobilfunkmastes auf dem Dach des Hochbunkers wird gespeichert und zum Heizen genutzt. Das Regenwasser wird aufgefangen und weiterverwendet, zum Beispiel für die in die Energiekreisläufe eingebundene Indoor-Farm. Grauwasser wird erneut aufbereitet und für die Toilettenspülung und die Waschmaschinen genutzt. Die Photovoltaikanlage auf Dach und Fassade produziert 100 kWp Strom und versorgt in Kombination mit dem 60 kW-Batteriespeicher das Mehrgenerationenhaus mit Energie, im Winter wird bei Bedarf zusätzlich Strom aus regenerativen Energien bezogen. „Das we-house Herne (...) nutzt eine vorhandene, spektakuläre Bausubstanz, verbraucht 50 Prozent weniger Energie und 50 Prozent weniger Wasser als ein vergleichbarer Neubau“, fasst Alex Timm zusammen.

Refurbishments - Umnutzungen - Erweiterungen

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Für die Fassaden wurden Holz, Faserzement und zementgebundene Spanplatten verwendet, in welche Nistkästen für Fledermäuse und Mauersegler integriert wurden. Die Dachterrasse ist komplett begrünt, eine 600 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf Dach und Fassade deckt den Eigenbedarf an Strom und Wärme weitgehend ab. Die 2,55 Meter hohen Wohnungen mit bodentiefen Fenstern verfügen größtenteils über Balkone und sind barrierefrei über einen großen Aufzug erreichbar. Warmwasser und Heizung werden über ein Mieterstrommodell bezogen.

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zuletzt editiert am 09. Oktober 2024
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