Die Kaufkraft in Deutschland steigt weiter. Das freut den Einzelhandel. Die GfK-Kaufkraftstudie zeigt, wo die bestbetuchten Landkreise in Deutschland liegen.
Haben Sie schon einmal vom Landkreisen Ebersberg gehört? Oder im Landkreis Stormann investiert? Nein? Sollten Sie aber vielleicht. Denn diese beiden Kreise gehören laut GfK Kaufkraftstudie zu den Top Ten, wenn es um die Pro-Kopf-Kaufkraft in Deutschland geht.
Insgesamt prognostiziert die GfK einen Anstieg der Kaufkraft im Jahr 2017 nominal um 1,7 Prozent auf 22.239 Euro. Die 25 einwohnerstärksten Kreise vereinen bereits ein Viertel der gesamtdeutschen Kaufkraft. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrigbleibt, hängt von der Entwicklung der Verbraucherpreise in 2017 ab.
Starnberg ganz oben, Görlitz ganz unten
Bei den Stadtstaaten ist eine positive Entwicklung in Berlin (zwei Prozent mehr pro-Kopf-Kaufkraft) festzustellen. Hamburg und Bremen weisen mit plus 1,3 oder plus 1,1 Prozent ein eher gedämpftes Wachstum auf.

Die Rangfolge der Top 10 der Stadt- und Landkreise ist ebenfalls nahezu unverändert zum Vorjahr. Der Landkreis Starnberg ist wie in den Vorjahren der Kreis mit der höchsten Kaufkraft pro Kopf. Mit rechnerisch 32.194 Euro pro Kopf steht den Starnbergern rund 45 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Der Stadtkreis München überholt den Main-Taunus-Kreis und kommt auf Rang vier. Mit Ausnahme Münchens kommt allerdings keiner der einwohnerstarken Kreise in Deutschland an die pro-Kopf-Werte der Top Ten heran.
Der Landkreis Görlitz bildet mit 17.496 Euro pro Kopf weiterhin das Schlusslicht der 402 deutschen Kreise. Genau im Bundesdurchschnitt liegt der Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.
Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen.
Folglich bedeutet ein nominaler Anstieg der Kaufkraft nicht zwangsläufig, dass jedem Einzelnen real mehr Geld zur Verfügung steht, wenn die aufgeführten Ausgaben stärker ansteigen.