In seiner Marktanalyse sieht Bulwien Gesa die Immobilienmärkte weiter positiv. Allerdings bremsen Einzelhandelsimmobilien die Aufwärtsentwicklung im gewerblichen Immobiliensegment.
Der Markt für gewerblich genutzte Immobilien hat im deutschlandweiten Durchschnitt ein wenig von seiner Dynamik eingebüßt. Grund für das verlangsamte Wachstum ist laut einer Analyse von Bulwien Gesa der Einzelhandel. Entgegen der gestiegenen Einzelhandelsumsätze stagnierte das Mietpreiswachstum in Deutschlands Haupteinkaufsstraßen (0,1 Prozent). Ähnlich verhält es sich in städtischen Nebenlagen.
Dahingegen sind Büromieten (2,9 Prozent) und Gewerbegrundstückspreise (3,8 Prozent) die Treiber des gewerblichen Immobilienindex. Stärker als im Wohnungsmarkt müssen hier funktionale Zusammenhänge und die Rolle der Wirtschaftsagglomerationen beachtet werden. Denn die Büromieten und Gewerbegrundstückspreise steigen in A-Städten (4,6 oder 5,1 Prozent) deutlich stärker als im Rest der Republik.
Steigende Preise für Büros bis in die D-Städte
Für die Büromieten pendeln die Werte in den B- und D-Standorten lediglich zwischen 1,1 und 1,4 Prozent, die Kaufpreise bei Gewerbegrundstücken stiegen zwischen 2,1 und 2,3 Prozent. Die gute Erwerbstätigenquote mit gestiegenen Bürobeschäftigtenzahlen, erstarkte Produktionsstandorte und der Wandel der klassischen Lagerhalle zum hochtechnisierten Servicezentrum treiben den Gewerbemarkt an.
Der Bulwien-Gesa-Immobilienindex analysiert die Immobilienmarktentwicklung in Deutschland auf Basis von 50 westdeutschen Städten seit 1975 und 125 deutschen Städten seit 1990.
Die Ergebnisse für 2016 auf einen Blick:
- Gesamtindex (segmentübergreifend): 4,2 Prozent
- Teilindex Wohnimmobilien: 5,5 Prozent
- Teilindex Gewerbemarkt: 1,8 Prozent.
Damit weist der Immobilienindex zwölf Jahre in Folge ein positives Vorzeichen auf, seit sechs Jahren sogar mit Steigerungen von mehr als 3,5 Prozent pro Jahr. Die Schere zwischen Immobilienpreiszuwachs und Inflationsrate (Inflationsrate 2016: +0,5 Prozent) bleibt weit geöffnet.
