Der Senat hat heute den Masterplan für Hamburgs 105. Stadtteil beschlossen: Oberbillwerder.
Nördlich der S-Bahnstation Allermöhe werden ab den 2020er Jahren auf 124 Hektar Fläche 7.000 Wohnungen in unterschiedlichen Typologien und bis zu 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Hier entwickelt sich ein lebendiger Stadtteil, in dem innovative Mobilitätskonzepte und moderne, energieautarke Wohn- und Arbeitsformen verwirklicht werden.
Im Mai 2018 wurde der Siegerentwurf „The Connected City“ des internationalen Planungsteams Adept ApS aus Kopenhagen mit Karres + Brands aus Hilversum und Transsolar aus Stuttgart von einer Fachjury gekürt. Nun ist der nächste Schritt vollzogen: Der Entwurf ist erfolgreich von der IBA Hamburg in Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Bergedorf und Experten in einen Masterplan überführt worden.
Der vorliegende Masterplan folgt dem Grundgedanken eines in die Umgebung integrierten Stadtteils mit lebendigen Nachbarschaften und vielseitigen Angeboten für Wohnen, Arbeit, Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und Erholung. Hier entstehen verschiedene Wohnangebote für Menschen unterschiedlicher Einkommens-, Alters- oder Lebenssituationen. Dabei wird sowohl der „Hamburger Drittelmix“ eingehalten als auch ein Anteil für Baugemeinschaften von bis zu 20 Prozent umgesetzt werden.
In Oberbillwerder sollen zwei Grundschulen, ein Bildungs- und Begegnungszentrum mit Stadtteilschule, Gymnasium sowie ergänzenden sozialen, kulturellen und religiösen Einrichtungen, 14 Kindertagesstätten und zahlreiche soziale Infrastrukturangebote entstehen. Um den Flächenverbrauch gering zu halten, werden zahlreiche Flächen und Gebäude mehrfach genutzt. In den öffentlichen Grünflächen des Grünen Loops überlagern sich Freiräume und Sportangebote sowie Rad- und Fußwege mit der Funktion der Regenrückhaltung, ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen. Außerhalb der Schulzeiten sind zudem die Außenflächen der drei Schulstandorte öffentlich zugänglich.
Oberbillwerder wird als Modellstadtteil „Active City“ entwickelt. Über die Sportflächen und -angebote im Grünen Loop und dem vier Hektar großen Aktivitätspark im Osten hinaus sollen auch andere Freiräume so gestaltet werden, dass sie zu Spiel, Sport und Bewegung im Alltag anregen.
Das Mobilitätskonzept setzt auf eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs und komfortable Angebote des ÖPNV sowie attraktive Rad- und Fußwegeverbindungen. Der öffentliche Raum wird weitgehend frei von parkenden Autos sein. Für den Stadtteil werden insgesamt rund 5.000 Parkplätze entstehen, die in elf Mobility Hubs konzentriert werden. Hier können die alle Pkw-Nutzer ihre Autos parken und auf andere Verkehrsmittel umsteigen, wie zum Beispiel Leihfahrräder. So bleiben viele Straßen nahezu autofrei und werden zu ruhigen, öffentlichen „Bewegungs-“ und Freiräumen.
Das Energiekonzept sieht vor, dass Oberbillwerder sich möglichst selbst mit Energie versorgt. Zu den Bestandteilen gehören zentrale Wärmepumpen, dezentrale Stromerzeugung durch Solarpanels sowie ein oder mehrere Blockheizkraftwerke für Raumwärme, Warmwasser- und Stromerzeugung.
Die einzelnen Fachthemen des Masterplans werden jetzt weiter konkretisiert. Voraussichtlich ab 2022 können die ersten Erschließungsarbeiten beginnen und ab Mitte der 2020er Jahre die ersten Häuser gebaut werden. Die IBA Hamburg wird über den gesamten Entwicklungszeitraum die Bürgerinnen und Bürger weiter einbinden und beteiligen. Der Bezirk Bergedorf wird auf Basis des Masterplans das Planrecht schaffen.