Immobilienmanager sprach mit Länder-Chef Thomas Wünsche über Expansionspläne in Zeiten von Corona und das ungewöhnliche eigene Geschäftsmodell.
Greystar ist auf großvolumige Mietwohnungsobjekte, Studenten- und Serviced Apartments spezialisiert. Man konzentriere sich auf die deutschen Top Sieben Standorte plus Wien und bevorzuge hier vor allen Dingen Lagen mit Entwicklungspotenzial.
Das Unternehmen agiert als Development- und Investmentmanager, der mit eigenem Asset und Property Management für seine Objekte auch umfangreiche Service-Leistungen erbringt. „Dieses Modell macht ab einer Größe von 200 Wohneinheiten oder mehr Sinn“, erklärt Wünsche und sagt weiter: „In Deutschland gibt es wenig Bestandsobjekte, die für dieses Modell in Frage kommen, deshalb sind wir hier eher als Development-Manager aktiv.“ In den USA ist Greystar der größte Anbieter von Mietwohnungen und betreut zum Beispiel auch das komplette US-Portfolio der DWS. 2013 erfolgte der Markteintritt in Europa zunächst in London. In Großbritannien gehört das Unternehmen mit rund 30.000 Einheiten zu den größten Anbietern von Studenten-Apartments.
Greystar agiert bei seinen Projekten als Co-Investor gemeinsam mit Pensionskassen oder anderen institutionellen Investoren über Joint Ventures, Fonds oder Separate Accounts. Der Fremdkapitalanteil kann dabei zwischen 30 und 65 Prozent variieren. Ob sein Unternehmen von den Auswirkungen der Krise profitieren könne, weil in Zukunft vermehrt Grundstücke als Notverkäufe auf den Markt kommen, ließ Wünsche offen. „Aktuell sind auch risikofreudigere Projektentwickler noch nicht zu Verkäufen gezwungen. Ob das so bleibt, wenn die Einschränkungen noch länger anhalten, werden wir Ende des Jahres sehen.“
Greystar erwarb in Frankfurt ein bestehendes Gebäude in der Lyoner Straße und entwickelt in Wien gemeinsam mit der S+B Gruppe AG den 110 Meter hohen „DC III“-Turm. In London und auch in Amsterdam baut das Unternehmen Objekte mit zum Teil bis zu 2.000 Einheiten.
