News 2019-08-20T00:00:00Z Globale Immobilienmärkte: Begrenztes Büroflächenangebot durch anhaltende Expansion von Coworking und der Wissensökonomie

Die deutschen Bürovermietungs- und Investmentmärkte florieren weiter – Büroleerstand in den Top 5 weiter gesunken.

Obwohl sich die Stimmung von Unternehmen weltweit eintrübt und sich die wirtschaftlichen Wachstumssaussichten abschwächen, ist bedingt durch hohe Beschäftigungsniveaus weiterhin eine starke Nachfrage nach Büroflächen in den weltweit größten Volkswirtschaften zu verzeichnen. Angetrieben wird die Nachfrage dabei vor allem von der sogenannten Wissensökonomie und dem Coworking-Boom. Coworking breitet sich vor allem in Schlüsselmärkten zunehmend aus und zwingt dadurch traditionelle Vermieter, ihr Angebot für potenzielle und neue Mieter anzupassen.

Diese und weitere Entwicklungen sind dem Mid-Year 2019 Global Office Market Report (Globaler Büromarktbericht zur Jahresmitte 2019) zu entnehmen, den die internationale Immobilienberatung Avison Young heute veröffentlicht hat. Der Bericht befasst sich mit insgesamt 79 Büromärkten in Kanada, USA, Mexiko, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Polen, Rumänien und Südkorea.

In fast zwei Drittel der 79 betrachteten, insgesamt rund 697 Millionen Quadratmeter umfassenden Büromärkte in Nordamerika, Europa und Asien gingen die marktweiten Leerstandsquoten im zwölfmonatigen Betrachtungszeitraum bis zur Jahresmitte 2019 zurück oder stagnierten. Baukräne dominierten vielerorts auch weiterhin das Stadtbild. In den zwölf Monaten bis Ende Juni 2019 wurden insgesamt rund 7,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche fertiggestellt, weitere 23,5 Millionen Quadratmeter befanden sich (bei einer Vorvermietungsquote von 40 Prozent) zur Jahresmitte 2019 im Bau – ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die größtenteils soliden Fundamentaldaten im Vermietungsbereich ziehen weiterhin Investorenkapital in den Bürosektor. Die Verkaufsvolumina auf den Investmentmärkten stiegen in dem zur Jahresmitte 2019 endenden untersuchten Zeitraum in allen betrachteten Ländern mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs gegenüber dem Vorjahr zumindest geringfügig an.

Halbjahreshoch in den fünf deutschen Top-Märkten
Die deutschen Bürovermietungs- und Investmentmärkte florieren 2019 weiter. Trotz einiger Risikofaktoren, die in der ersten Jahreshälfte 2019 vorherrschten und damit Druck auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft ausübten, blieb die Nachfrage weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Zu den Wachstumsfaktoren zählen hierzulande insbesondere die solide Volkswirtschaft mit einem schnell wachsenden Unternehmensdienstleistungssektor, günstige Finanzierungsbedingungen und die Kluft zwischen Immobilien-Spitzenrenditen und Staatsanleihen.

In den fünf größten deutschen Märkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München erreichte die Vermietung in der ersten Jahreshälfte 2019 ein Halbjahreshoch von 1,6 Millionen Quadratmeter. Angeführt wurde das Ranking von München mit 421.000 Quadratmetern, gefolgt von Berlin mit 411.000 Quadratmetern. Mit Ausnahme von München, wo das Rekordhalbjahresergebnis von 2017 aufgrund der Angebotsknappheit nicht gehalten werden konnte, verzeichneten alle Märkte stabile oder steigende Vermietungsstände. Im Vergleich zum Vorjahr sank derweil der Büroleerstand in allen Top-Märkten weiter. In den zwölf Monaten zwischen Ende Juni 2018 und Ende Juni 2019 ging die Leerstandsquote insgesamt um 16 Prozent zurück. Berlin mit einer Leerstandsquote von aktuell 1,4 Prozent, München mit einer Leerstandsquote von 2,4 Prozent und Hamburg mit einer Leerstandsquote von 3,5 Prozent bleiben mittelfristig Vermietermärkte. Die Mieten sind derweil weiter gestiegen. In den betrachteten fünf größten deutschen Märkten stiegen die Spitzenmieten im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent. Mit einer Zunahme um 11 Prozent verzeichnete Berlin dabei das stärkste Wachstum.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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