Gewerbeimmobilien-Investment
Entwicklung der Spitzenrendite an den Top-Standorten (Quelle: JLL)

Investment 2017-04-05T00:00:00Z Gewerbeinvestments auf Rekordkurs

Die Zahlen für das erste Quartal 2017 kündigen ein Rekordjahr auf dem Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien an. Die wichtigsten Zahlen und Interpretationen von JLL, BNPPRE & CBRE im Vergleich.

BNPPRE: Logistik geht durch die Decke
Laut BNP Paribas Real Estate schwappten einige größere Deals aus 2016 ins neue Jahr hinüber und pushten so das ohnehin starke erste Quartal zusätlich. Alle Assetklassen wiesen demnach ein deutliches Investmentplus aus. Auf Büroimmobilien entfielen 4,85 Milliarden Euro (38 Prozent). Auffällig: Zum Jahresauftakt 2017 fanden mehr Einzeldeals statt, während das bisherige Rekordjahr 2007 eher von Paketdeals geprägt war. Mehr als jemals zuvor wurde laut BNPPRE außerdem in Logistikimmobilien investiert (2,15 Milliarden Euro). Besonders viele Immobilien wechselten an den Top-Standorten die Eigentümer: In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München bedeuten knapp 5,65 Milliarden Euro ein Plus um 49 Prozent und das beste jemals erzielte Ergebnis in einem ersten Quartal.

JLL: München überholt Berlin
Jones Lang LaSalle stellt fest, dass es wieder mehr Produktangebot gibt. Soll heißen: Die Zahl der verkaufswilligen Immobilieneigentümer ist gestiegen. Allerdings heiße das nicht, dass jede Immobilie einen Käufer findet. Sollten im Zuge weiterer Zinsanstiege wieder mehr institutionelle Investoren zum Anleihemarkt abwandern, könnte das den Druck auf die Renditen von Core-Immobilien aus Sicht von JLL etwas mindern. Der Renditeabstand ist laut Jones Lang LaSalle im ersten Quartal leicht auf 300 Basispunkte gesunken - damit aber nach wie vor sehr hoch. Was die Top-Standorte betrifft, konnte München laut JLL den Spitzenplatz von Berlin zurückerobern. Und was die Assetklasse Büro betrifft, geht JLL-Deutschlandchef Timo Tschammler davon aus, dass "ein Quadratmeter Top-Bürofläche im Schnitt über alle sieben Hochburgen am Ende des Jahres 10.500 Euro kosten wird, ein Anstieg von elf Prozent gegenüber 2016".

CBRE: Weniger Deals in Hamburg
Für CBRE war das erste Quartal 2017 vor allem von großvolumigen Paketdeals außerhalb der etablierten Investmenthochburgen geprägt. Mit 12,6 Milliarden Euro sei ein noch nie in einem ersten Quartal erzieltes Transaktionsvolumen registriert worden; ein Rekordwert, der den Investmentumsatz des entsprechenden Vorjahresergebnisses laut CBRE um knapp 50 Prozent überbot. Anders als JLL sieht CBRE nach wie vor Berlin deutlich vor München. In Hamburg erfassten die Immobilienberater mit 448 Millionen Euro (minus 52 Prozent) ein geringeres Investmentvolumen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die stärksten internationalen Käufergruppen stammen laut CBRE aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Insgesamt hätten 25 Transaktionen über der 100-Millionen-Euro-Marke gelegen, darunter elf Portfolios.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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