Porträtbild Jens Tolckmitt
Jens Tolckmitt ist Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). (Quelle: vdp)

Finanzierung 2026-08-25T09:00:57.046Z Gewerbeimmobilienfinanzierung legt deutlich zu

Die Pfandbriefbanken steigern ihr Neugeschäft mit Gewerbeimmobilien um 14,3 Prozent. Besonders stark wachsen Finanzierungen für Handelsimmobilien.

Das Neugeschäft der deutschen Pfandbriefbanken mit Immobilienfinanzierungen ist im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute vergaben neue Immobiliendarlehen über insgesamt 80,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Zuwachs von 8,5 Prozent.

Überdurchschnittlich entwickelte sich die Gewerbeimmobilienfinanzierung. Hier stieg das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,3 Prozent von 26,5 auf 30,3 Milliarden Euro. Der vdp weist allerdings darauf hin, dass sich das Volumen im langfristigen Vergleich weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt.

„Das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Pfandbriefbanken weist für das erste Halbjahr 2026 Zuwächse auf, die Entwicklung in diesem Geschäftsfeld verläuft solide. Die Darlehensvergabe liegt jedoch weiterhin deutlich unterhalb der Volumina, die vor der Zinswende erreicht worden sind“, sagt vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Handelsimmobilien mit stärkstem Wachstum

Den größten prozentualen Zuwachs innerhalb der Gewerbeimmobilienfinanzierung verzeichneten Handelsgebäude. Das Neugeschäft erhöhte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 40,6 Prozent auf 9 Milliarden Euro.

Das größte Finanzierungsvolumen entfiel weiterhin auf Büroimmobilien. Hier vergaben die Institute neue Darlehen über 14,8 Milliarden Euro, 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Hotelfinanzierungen legten um 9,1 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu.

Rückläufig entwickelte sich dagegen das Neugeschäft mit Industriegebäuden. Das Volumen sank um 16,7 Prozent auf 500 Millionen Euro. Bei sonstigen gewerblich genutzten Objekten ging die Darlehensvergabe um 5,3 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zurück.

Kreditbestand bei Gewerbeimmobilien schrumpft

Trotz des höheren Neugeschäfts ging der Bestand an Gewerbeimmobiliendarlehen weiter zurück. Ende Juni belief er sich auf 278,4 Milliarden Euro und lag damit 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Neugeschäft reichte laut vdp weiterhin nicht aus, um die Tilgungen zu kompensieren.

Bei Wohnimmobilien entwickelte sich der Darlehensbestand dagegen positiv. Das Neugeschäft erreichte im ersten Halbjahr 50,1 Milliarden Euro und lag damit 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt belief sich der Bestand der von den Pfandbriefbanken ausgereichten Immobiliendarlehen auf rund 1,04 Billionen Euro und blieb damit auf Vorjahresniveau.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verband keine starke Beschleunigung. „Für das zweite Halbjahr ist mit allenfalls leichten Anstiegen des Immobilienfinanzierungsneugeschäfts zu rechnen“, sagt Tolckmitt.

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zuletzt editiert am 25. August 2026
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