Eine detaillierte Weltkarte mit Fokus auf den Nahen Osten, einschließlich Ländern wie der Türkei, Syrien, Irak und Iran.
Geopolitische Entwicklungen, insbesondere die Lage im Iran, verändern die Rahmenbedingungenin der gewerblichen Immobilienfinanzierung spürbar. (Quelle: Pixabay)

Finanzierung 2026-06-08T09:08:47.057Z Geopolitik verschärft Finanzierungskonditionen

Laut Berlin-Hyp-Trendbarometer führen globale Spannungen zu höheren Anforderungen und Kosten bei Immobilienfinanzierungen.

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, insbesondere die Krise im Nahen Osten, hinterlassen deutliche Spuren in der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Das zeigt das aktuelle Trendbarometer der Berlin Hyp, für das im Mai 2026 mehr als 160 Immobilienprofis befragt wurden. Die Unsicherheiten führen zu veränderten Rahmenbedingungen, steigenden Kosten und einer spürbaren Zurückhaltung am Markt.

„Die Entwicklungen rund um den Iran sind in der gewerblichen Immobilienfinanzierung längst in den Entscheidungsprozessen angekommen. Steigende Refinanzierungskosten, ein höheres Zinsniveau und zusätzliche Risikoaufschläge verändern die Struktur vieler Finanzierungen“, erklärt Sascha Klaus, Mitglied des Vorstands der LBBW und Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp. „Wir sehen einen Markt in einem anspruchsvollen Umfeld, der weiterhin aktiv und handlungsfähig ist: Risiken werden bewusster gesteuert, Cashflows und Vermietung noch sorgfältiger geprüft und Investments deutlich selektiver umgesetzt.“

Höhere Kosten und konservativere Strategien

Die Umfrage verdeutlicht den unmittelbaren Handlungsdruck: Rund 44 Prozent der Branchenexperten nehmen bereits heute konkrete Auswirkungen auf ihre eigenen Finanzierungsvorhaben wahr. Weitere 32 Prozent rechnen kurz- bis langfristig mit Folgen. Als primäre Treiber werden gestiegene Refinanzierungskosten und Zinsniveaus (35 %) sowie höhere Risikoaufschläge und Margen (17 %) genannt. Zudem erwarten jeweils zwölf Prozent der Befragten negative Effekte auf die Immobilienbewertungen und das gesamte Transaktionsvolumen.

Als Reaktion auf die geopolitischen Risiken passen Investoren und Finanzierer ihre Strategien an. Im Fokus stehen eine stärkere Berücksichtigung von Vermietungs- und Konjunkturrisiken (24 %) sowie eine kritischere Beurteilung des Investmentmarktes (19 %). Um den gestiegenen Zinsen entgegenzuwirken, setzen 16 Prozent auf längere Zinsbindungen oder höhere Tilgungsraten; 14 Prozent bringen vermehrt Eigenkapital ein. Während zwölf Prozent ihre Investitionen vorerst zurückstellen, nutzen acht Prozent die Volatilität für antizyklische Zukäufe.

Banken bleiben wichtigste Finanzierungssäule

Trotz des Marktes für alternative Finanzierungen wie Debt Funds, Versicherungen oder Private-Debt-Anbieter behaupten die klassischen Kreditinstitute laut Umfrage ihre Vormachtstellung. Für 58 Prozent der Befragten sind Banken derzeit deutlich wichtiger als alternative Anbieter, weitere 19 Prozent stufen sie als etwas wichtiger ein. Lediglich sieben Prozent messen alternativen Finanzierern eine größere Bedeutung bei.

Allerdings müssen sich Marktteilnehmer auf langwierigere Prozesse einstellen. Insgesamt 71 Prozent der Umfrageteilnehmer berichten von verlängerten Bearbeitungs- und Entscheidungszeiten bei den Banken in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten (38 % deutlich länger, 33 % etwas länger). Dies deutet auf eine bewusste Vertiefung der Prüfprozesse hin, bei der Risikoanalysen, Cashflow-Qualitäten und die Werthaltigkeit von Sicherheiten schärfer kontrolliert werden.

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zuletzt editiert am 08. Juni 2026
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