Die Immobilienweisen kritisieren Preistreiber der Herstellungskosten, unzureichende Grundstücksvergabe und unnötige Regulierungen. Die wichtigsten Ergebnisse auch als Download.
Die Ergebnisse des aktuellen Frühjahrsgutachtens Immobilienwirtschaft 2017 liegen auf dem Tisch. Gestern übergab ZIA-Präsident Mattner die Studie der Bundesregierung. Dabei forderte er, den Immobilienmarkt nicht durch Überregulierung zu schwächen oder gar in die Handlungsunfähigkeit zu treiben. Mattner berief sich dabei auf die Ausführungen der Immobilienweisen im Gutachten zu der Finanzmarktregulierung, den kontraproduktiven Elementen der makroprudenziellen Aufsicht und den Fehlentwicklungen zum Klimaschutz.
Die immer weiter verschärften Klimaschutzforderungen verteuerten die Herstellungskosten immer weiter und "in einzelnen Gebäudetypen sind die neuesten Vorschläge der Politik zur vermeintlichen Verbesserung der Ökobilanz im Gebäudesektor schon gar nicht mehr umsetzbar", gab Mattner zu bedenken. Das schärfste Umweltrecht sei nicht automatisch das beste Umweltrecht.
Grundstücksvergabe und Herstellungskosten große Probleme
Auch langwierige Grundstücksvergaben und Genehmigungsverfahren verteuern nach Ansicht des Gutachtens neue Projekte. "Eine bezahlbare Stadtentwicklung wird so künstlich erschwert“, kritisierte Mattner. Die beharrlich steigenden Herstellungskosten sieht der Immobilienweise Professor Dr. Lars Feld von der Universität Freiburg als wesentlichen Hemmschuh für den Wohnungsmarkt. „In Ballungsgebieten sind anhaltend starke Nachfragezuwächse zu erwarten, wohingegen die Nachfrage in ländlichen Regionen vermutlich stagnieren oder sich rückläufig entwickeln wird“, erklärte Feld. Der hohen Nachfrage stehe ein zu geringes Wohnungsangebot gegenüber und die Rahmenbedingungen für eine dringend erforderliche Angebotsausweitung von Wohnraum seien verbesserungsfähig. „Die Angebotsseite der Immobilienwirtschaft ist durch zahlreiche Regulierungen betroffen, welche die Herstellungskosten des Wohnungsbaus in die Höhe treiben“, erklärte er.
Regulierung der Wohnungskredite falsch
Für Professor Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands bei Empirica, „ist der Einsatz von finanzpolitischen Instrumenten zur Begrenzung der Wohnungsbaufinanzierung derzeit nicht zu rechtfertigen und sollte unterbleiben.“ Die Tatsache, dass die Kaufpreise seit nunmehr fünf Jahren relativ stärker als die Mieten steigen, lasse sich unter anderem mit den niedrigen Zinsen oder einem Nachholeffekt erklären. Zwar bestehe möglicherweise bundesweit eine leichte Preisübertreibung von nominal etwa 16 Prozent und bei einem Wiederanstieg des Zinsniveaus könnte tatsächlich ein Druck auf die Preise entstehen. "Der Druck sollte aber bundesweit und durchschnittlich in keiner Weise gefährliche Konsequenzen etwa für die Eigentümer oder die Fremdkapitalgeber nach sich ziehen", machte Simons klar.
Weitere wesentliche Erkenntnisse des Gutachtens sind:
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Der Anstieg der Neuvertragsmieten hat sich mit 2,6 Prozent im letzten Jahr etwas abgeschwächt, bleibt aber positiv.
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Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im Mittelwert mit 8,4 Prozent weiter angestiegen.
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Die Preisübertreibung in den Top-7-Städten hat weiter zugenommen.
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Gleichzeitig verzeichnen teure Städte wie Berlin, München und Hamburg einen rückläufigen Zuwanderungsgewinn. Die Menschen ziehen verstärkt in günstigere Städte.
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Der Wohnungsneubau nimmt deutlich an Fahrt auf.
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Büro-Prognose 2017: Abbau der Leerstände sowie steigende Spitzenmieten als Ergebnis der weitergehenden Angebotsverknappung.
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Durch das fehlende Angebot an attraktiven, bezahlbaren Anlageobjekten in den sieben A-Städten gehen die Abschlüsse immer häufiger in sehr gute Lagen der B- und C-Standorte.
Eine Zusammenfassung des Frühjahrsgutachtens Immobilienmwirtschaft 2017 finden Sie hier zum kostenlosen Download. (1,83 MB - PDF)
