Drei Männer und eine Frau halten eine Infotafel
Beim Klimaschutzquartier Frankfurt-Hilgenfeld kooperieren ABG Frankfurt, Mainova und EGS-Plan. Im Bild von links: ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef gemeinsam mit den Mainova-Vorständen Dr. Constantin H. Alsheimer und Diana Rauhut.  (Quelle: ABG/Jean-Luc Valentin)

Projekte

14. September 2022 | Teilen auf:

Frankfurt: Start für Klimaschutzquartier mit 860 Wohnungen

Das künftige Frankfurter Wohnquartier Hilgenfeld soll bereits heute die Klimaschutzziele 2040 erfüllen.

Die Erschließung des Wohnquartiers mit rund 2.500 Menschen im Frankfurter Norden hat begonnen. Gemeinsam mit dem Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef haben Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding, und Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG, das nachhaltige Energiekonzept für das Klimaschutzquartier Hilgenfeld vorgestellt. Der Bebauungsplan soll voraussichtlich im Frühjahr 2023 beschlossen werden.

Auf dem 17,7 Hektar großen Areal entstehen 54 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 860 Wohnungen. Rund 40 Prozent der Wohnungen werden im Förderweg 1 und Förderweg 2 gefördert, vier Grundstücke werden an Baugruppen für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen vergeben. Zusätzlich sind in dem Quartier zwei Kindertagesstätten und Gewerbeflächen für die Nahversorgung geplant.

Bei diesem Wohnungsbauprojekt arbeitet die ABG, die im Hilgenfeld Grundstücksentwickler, Erschließungsträger und Bauherr ist, mit Partnern zusammen. Im Bereich Energie- und Wärmeversorgung kooperiert der Wohnungskonzern mit der Mainova AG, zum Beispiel beim Mieterstrom durch Gewinnung von erneuerbarer Energie mit Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern. Entwickelt wurde das nachhaltige Energiekonzept für das Klimaschutzquartier Hilgenfeld gemeinsam mit der EGS-plan GmbH, einer führenden Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- und Solartechnik in Deutschland.

Das Konzept für die Wärmeversorgung sieht ein komplexes Zusammenspiel von Geothermie, Photovoltaik-Thermie-Anlagen (PVT), Wärmepumpen und gasbetriebenen Blockheizkraftwerken vor, die zum Teil mit Biomethan betrieben werden. Um das Quartier nachhaltig mit Wärme zu versorgen, ist der Einsatz von Geothermie in großem Maßstab vorgesehen. Dazu tragen 161 Erdwärmesonden in 120 Metern Tiefe bei. Die 54 Wohnhäuser werden an ein intelligentes „Wärmenetz 4.0“ angeschlossen und über drei Heizzentralen versorgt.

In diesen Heizzentralen arbeiten große Wärmepumpen, die mit dem lokal erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern sowie aus Blockheizkraftwerken betrieben werden. Nur die drei Gebäude, in denen die Heizzentralen liegen, werden an das überregionale Gasnetz angeschlossen. Für Spitzenlasten im Winter und als Reserve stehen Erdgaskessel zur Verfügung, die nur noch für maximal fünf Prozent des Wärmebedarfs benötigt werden.

Um die Erdsondenfelder, denen in den kalten Monaten Wärme entzogen wird, in der warmen Jahreszeit zu regenerieren, werden auf den Dächern 1.160 sogenannte PVT-Module installiert. Die Wärmeüberschüsse aus diesen Kollektoren, die neben Strom auch Wärme produzieren, werden in den Boden zurückgeführt und so saisonal gespeichert.

Strom wird in dem Quartier mittels Photovoltaik-Anlagen gewonnen. Dafür werden 5.050 PV-Module auf den Dächern der Häuser installiert. Mit dieser Energie werden die Wärmepumpen betrieben und die Batteriespeicher geladen. Die geplante PV-Leistung liegt bei rund 2,5 Megawatt, darin ist auch der mit PVT-Anlagen erzeugte Strom enthalten. Der Überschuss wird als Quartiersstrom in das Netz abgegeben. Zusätzlich benötigter Strom kommt aus dem öffentlichen Netz. Mainova wird die technischen Anlagen zur Strom- und Wärmegewinnung in einem langfristigen Contracting errichten und betreiben.

zuletzt editiert am 14.09.2022