An keinem Standort in Europa wird so viel Leistung in Rechenzentren nachgefragt wie in Frankfurt. Der Markt steuert auf einen Rekord zu, der nur mit neuen Rechenzentren langfristig gedeckt werden kann.
Der Frankfurter Markt für Rechenzentren hat im bisherigen Jahresverlauf 2016 eine neu nachgefragte Leistung von 30,3 Megawatt (MW) erreicht. Alleine im dritten Quartal lag der Wert bei 11,5 MW, wie eine aktuelle Analyse des Immobilienberatungsunternehmens CBRE ermittelt hat. Damit ist Frankfurt der absolute Top-Standort für Rechenzentren in Europa. Noch nie lag die Nachfrage in einem europäischen Markt innerhalb eines Jahres über 30 MW - und das dabei steht das letzte Quartal des Jahres sogar noch aus.

Schwelle von 100 MW wird fallen
Gemeinsam mit London, Amsterdam und Paris summiert sich die nachgefragte Leistung 2016 der vier europäischen Top-Standorte nach einem Dreiviertel Jahr auf den Rekordwert von 79,6 Megawatt.
„ Die Nachfrage wurde im Jahresverlauf insbesondere durch e-shelter, Interxion und Zenium angetrieben. Wir gehen davon aus, dass sich die starken Vermietungsaktivitäten von Cloud-Dienstleistungen im vierten Quartal auf allen Märkten fortsetzen und zum Ende des Jahres die Schwelle von 100 MW nachgefragter Leistung in Europa überschreiten werden“, sagt Michael Daniel Dada, Senior Consultant Asset Strategies bei CBRE in Deutschland. Dies würde einem Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren bedeuten.
Die noch verfügbare Leistung fiel auf 15,3 Prozent innerhalb der Top 4-Märkte – der niedrigste gemessene Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Während diese in London (18,3 Prozent) und Amsterdam (15,2 Prozent) anstieg, fiel sie in Frankfurt (12,8 Prozent) und Paris (10,2 Prozent).

Frankfurt: Neue Rechenzentren entstehen
„In Frankfurt wurden dem Markt im dritten Quartal rund fünf MW durch neue Rechenzentren hinzugefügt – für das Gesamtjahr 2016 erwarten wir rund 17,5 MW.“, sagt Dada. Die starke Nachfrage in Frankfurt lässt jedoch auch den Umfang neu bereitgestellter Leistung anwachsen. „Für 2017 gehen wir von einem Wachstum der Leistung von acht bis zehn Prozent aus“, so Dada weiter.
In der Mainmetropole hat sich unter anderem der Stadtteil Sossenheim zu einem gefragten Standort für Rechenzentren entwickelt. Erst im November hatte dort die Colt Data Centre Services ein Grundstück für den Bau eines neuen Rechenzentrums mit 18 MW IT-Load erworben. Auch Digital Realty Trust hatte in diesem Jahr in Sossenheim bereits ein Data-Center-Projektentwicklung mit 27 MW gekauft.