Mehr Finanzierungsfonds, weniger Core-Fonds. Die Entwicklung internationaler Immobilienfonds sprach 2016 eine klare Sprache. Investoren gehen mehr ins Risiko – vor allem in Nordamerika.
Investoren in Nordamerika ziehen bei Fondsinvestments immer häufiger Immobilienfinanzierungen den klassischen Immobilienfonds vor. Betrachtet man die aktuellen Fondsauflagezahlen in Nordamerika, so sind über 40 Prozent der 2016 aufgelegten Fonds Finanzierungsfonds. Insgesamt sollen über 26 Milliarden US-Dollar in diesem Sektor eingesammelt werden.
Die Ursachen für diesen Boom liegen auf der Hand – Immobilienfinanzierungen bieten Investoren eine ranghöhere Sicherheit als klassische Immobilienfonds. Zudem wird 2017 eine große Anzahl von Immobilienkrediten zur Rückzahlung fällig, und Fondsanbieter bereiten sich auf die damit einhergehenden Investitionsmöglichkeiten vor.
In Anbetracht des hohen Tempos, das bei vielen Immobilientransaktionen in der Zwischenzeit gefordert wird, passen klassische Bankenfinanzierungen zudem oftmals nicht mehr in das Zeitraster der Transaktionen und bedürfen alternativer und handlungsschnellerer Strukturen.
Mehr Fonds, weniger Core
Insgesamt liegen die Fondsauflagen in 2016 weltweit mit 290 Fonds und einem Ziel-Eigenkapital von 144,5 Milliarden Dollar auf dem Niveau von 2014 nach einem schwächeren Abschluss in 2015. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Fonds um zehn Prozent und das Ziel-Eigenkapitalvolumen um 15 Prozent. Gleichzeitig ergibt sich laut Swisslake Capital auch eine Trendverschiebung bei den Risiko-Rendite-Profilen über alle Immobilienarten hin zu opportunistischen und Value-Add-Investitionen (zusammen 80 Prozent). Core-Fonds machen zum Beispiel in Nordamerika nur noch einen Anteil von 6,6 Prozent (Vorjahr: 20,8 Prozent) bei den Fondsangeboten aus. Anders zeigt sich das Bild in Europa. Hier stieg der Anteil der Core-Fonds von 23,9 Prozent auf 47,2 Prozent.
In Anbetracht des starken Ergebnisses des Jahres 2016 rechnen die Experten von Swisslake Capital für 2017 wieder mit einem deutlichen Anstieg des Produktangebotes und Rekordergebnissen bei den Platzierungen. Auch der Trend zu globalen Mega-Fonds werde sich ausweiten.
