Flexible Büroflächen werden nach dem massiven Einbruch während des Lockdowns wieder stärker nachgefragt - das zeigt eine Umfrage der Vermittlungsplattform Workthere von Savills.
Der Markt für flexible Büroflächen gewinnt zunehmend das Vertrauen seiner Anbieter und Nutzer zurück: Wie die unternehmenseigene Vermittlungsplattform Workthere von Savills in ihrem dritten globalen Sentiment Survey herausstellt, ist die Nachfrage nach flexiblen Büros weiter gestiegen. Dieser positive Trend konnte sich somit seit der ersten Umfrage im April fast verdreifachen. Gegenüber den Vormonaten ist die Anzahl der Anfragen in Europa im Vergleich zum Marktniveau vor Covid-19 auf 46 Prozent angestiegen. Im April und Mai waren es durch vielfache Restriktionen hier lediglich 16 beziehungsweise 28 Prozent. Global betrachtet liegt der Wert mit 44 Prozent leicht unter dem europäischen Durchschnitt.
Das Ergebnis spiegelt in gleicher Weise die Ansicht der befragten Flexible-Office-Betreiber in Europa wider: 44 Prozent blickten aktuell optimistisch auf die nächsten drei Monate – im Mai waren es 42 Prozent. Auch mit Blick auf die kommenden zwölf Monate ist ein erhöhtes Vertrauen spürbar: 85 Prozent der Befragten sind optimistisch gestimmt. „Im Vergleich zu unserer letzten Umfrage im Mai zeigt sich, dass das Vertrauen in flexible Büros weltweit sukzessive zurückkehrt und der positive Trend anzuhalten scheint. Die Unternehmen sind in der Krise offener und agiler in ihrer Arbeitsweise geworden und ziehen zunehmend Flexible Workspaces als Alternative zum klassischen Büro oder dem Homeoffice in Betracht“, sagt Stephan Schörnig, Workthere Manager Germany bei Savills.
Zusätzlich stellte Workthere in seiner Umfrage heraus, dass sich die Rückkehr der Menschen in die Büros auch positiv auf die Gebäudebelegungen (Anteil der im Gebäude tatsächlich genutzten Schreibtische/ Räume) von Flexible Workspaces in ganz Europa ausgewirkt hat. Momentan liegt diese bei 41 Prozent. Bei Vertragsbelegungen (Anteil der Schreibtische, die an Nutzer vermietet sind, jedoch nicht unbedingt genutzt werden) wird bis Ende August ein Wert von 68 Prozent erwartet. Weltweit liegt der Belegungsgrad derzeit bei 40 Prozent, bei Vertragsbelegungen wird hier für Ende August mit einer Auslastung von 64 Prozent gerechnet.
„Unsere Umfrage zeigt einige sehr ermutigende Anzeichen dafür, dass sowohl in Europa als auch weltweit, das Vertrauen der Nutzer und Betreiber wiederkehrt. Obwohl wir in Bezug auf Covid-19 noch bei weitem nicht über den Berg sind, ist es doch ein beruhigendes Zeichen, dass viele Firmen wieder in die Büros zurückkehren oder aber nach flexiblen Arbeitsplätzen Ausschau halten. Da viele Unternehmen derzeit ihre Portfolios mit flexiblen Büroräumen als Teil eines Hub-and-Spoke-Ansatzes diversifizieren möchten, rechnen wir in Europa mit einer weiter steigenden Anzahl der Anfragen.“, sagt Ed Bouterse, Head of Workthere in Europa.
Der prozentuale Anteil der europäischen Befragten, die von den Mietentlastungen Gebrauch machten, ist weiter Rückläufig und sank auf aktuell 24 Prozent ab. Im Vergleich: Im April lag der Wert bei 34 Prozent, im Mai bei 28 Prozent.
„Es wird deutlich, dass sich die Stimmung am flexiblen Büroimmobilienmarkt positiv entwickelt. Städte beginnen wieder zu öffnen, Arbeitnehmer kehren in ihre Büros zurück – wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzen wird“, fasst Jessica Alderson, Global Research Analyst bei Workthere abschließend zusammen.