News 2020-11-18T00:00:00Z Flex-Offices entdecken den Stadtrand

Der Trend zum Arbeiten von auswärts könnte periphere Bürolagen aufwerten.

Covid-19 hat unseren Blick auf die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Homeoffice und Remote Working könnten zukünftig nicht mehr nur ein optionaler, sondern sogar obligatorischer Bestandteil des Büroalltags werden. Welchen Einfluss hätte dieser Trend auf Flexible Workspaces?

Bisher konzentrieren sich Anbieter von Flexible Offices in Städten wie Berlin und Hamburg insbesondere auf zentrale Lagen, nur vereinzelt sind sie in Randgebieten wie in der Metropolregion Frankfurt am Main zu finden. Ein möglicher Trend zur zunehmenden Flexibilisierung des Arbeitsalltags könnte jedoch langfristig zu einer Suburbanisierung der Workspaces führen.

Denn nicht jeder möchte von zu Hause aus arbeiten oder findet dort geeignete Arbeitsbedingungen vor, gleichzeitig sind lange Anfahrtswege in die Innenstädte mühsam und unattraktiv. In der Folge könnte die Nachfrage nach flexiblen Konzepten und Büroräumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Wohnort steigen.

Denn das Büro als Ort der Identifikation, Begegnung und Austausch ist auch zukünftig nicht wegzudenken. Dies geht aus der aktuellen Savills Office Fit Studie hervor, nach der 89 Prozent der Befragten einen festen Arbeitsplatz weiterhin als Notwendigkeit betrachten. Auf lange Sicht könnten die urbanen Randlagen damit auch für Flexible Workspaces an Bedeutung gewinnen.

Für die Anbieter hat dies gleich mehrere Vorteile: Während in den Innenstädten der Platz knapp ist, sind passende Grundstücke im Umland oftmals leichter verfügbar. Die Kauf- und Mietpreise fallen dabei ebenso wie mögliche Gewerbesteuern aktuell noch deutlich geringer aus. In den letzten Jahren investierten viele Großstädte zudem in die bessere Anbindung des Umlands an den öffentlichen Nahverkehr, wovon Arbeitnehmer nun mit Blick auf schnellere, kürzere Anfahrtswege profitieren.

Mehr Raum, mehr Möglichkeiten, mehr Arbeits- und Lebensqualität

Sollten zukünftig mehr Flexible Offices in den städtischen Randlagen zu finden sein, ist zu erwarten, dass aufgrund des zunehmenden Publikumsverkehrs auch der Ausbau einer vielfältigen Nutzungsstruktur an diesen Standorten begünstigt wird. Egal ob Arbeit, Einkauf, Restaurantbesuch oder Freizeitgestaltung: Die so entstehenden Quartiere könnten die Bedürfnisse der Arbeitnehmer erfüllen und die Work-Life-Integration verbessern. Der zusätzliche Raum inner- und außerhalb des Büros in den städtischen Randbezirken dient dabei der freien Entfaltung und stellt somit einen wichtigen Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor dar.

Zusammenfassend hätte dieser Langzeit-Trend wohl das Potenzial, neue Synergien zu entfalten und gleichzeitig für einen Wandel in den zentralen Lagen zu sorgen, sofern es seitens der Flexible-Office-Anbieter zu einer Konsolidierung beziehungsweise anteiligen Verlagerung der Flächen käme. So oder so lohnt sich der Blick auf die Entwicklungen außerhalb der Innenstädte.

Autor: Stephan Schörnig, Associate Director und Workthere Manager Germany bei Savills Deutschland

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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