Robert Bambach hat die Commerz Real verlassen. Über seinen Wechsel zu Interboden und seine Ziele sprach immobilienmanager mit ihm und Dr. Reiner Götzen, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Projektentwicklers.
Warum wechselten Sie von der Commerz Real zu Interboden, Herr Bambach?
Robert Bambach: Es begann mit einem Anruf Reiner Götzens. Tatsächlich kommt mir die Unternehmensstruktur von Interboden sehr entgegen – ein mittelständisch geprägter Projektentwickler mit viel Raum für unternehmerisches Handeln, innovativ und im Kopf auch in puncto Digitalisierung schon sehr weit. Auch die Hochtief Projektentwicklung war ja trotz der Größe des Unternehmens durch seine regionale Aufstellung mittelständisch und flexibel aufgestellt. Außerdem kenne ich Reiner Götzen schon sehr lange und habe einen guten Eindruck von den Menschen, die für Interboden arbeiten.
Herr Götzen, warum riefen Sie Robert Bambach an?
Reiner Götzen: Wir sind ein gewachsenes Familienunternehmen, das klarere Strukturen für sein künftiges Wachstum braucht. Noch konzentrieren wir uns auf Düsseldorf und dessen weitere Umgebung, sind aber bereits als Service Developer auf dem Sprung nach Berlin und möchten als Entwickler in der Hauptstadt und auch in Hamburg Fuß fassen. Vor diesem Hintergrund habe ich Robert Bambach kontaktiert. Wir kennen uns seit 2008 und haben im Joint Venture von Interboden und Hochtief Projektentwicklung zur Realisierung von Le Flair in Düsseldorf sehr gut zusammengearbeitet. Von daher weiß ich auch, dass er als Führungskraft sehr gut zu uns passt. Quartiersentwicklungen wie Le Flair sind unser Kerngeschäft, in dem die unterschiedlichsten Anforderungen zusammenfließen. Darauf haben wir unsere durchaus komplexe Unternehmensstruktur ausgerichtet, sowohl auf Mitarbeiterseite wie auch durch eine umfassende Digitalisierung, Robert Bambach wird den Bereich Wohnungsentwicklung verantworten.
Robert Bambach: Die Entwicklung großer Wohnquartiere hat sich ja auch in meiner Zeit bei Hochtief Projektentwicklung als wichtiges Geschäftsfeld etabliert. Unser Joint Venture habe ich als sehr angenehme Zusammenarbeit erlebt. Und das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen.
Interboden hat nun zum ersten Mal einen Gesellschafter, der nicht zur Familie gehört. Herr Bambach, fürchten Sie nicht das Schicksal des „fünften Rads am Wagen“?
Robert Bambach: Ich kenne die Familie Götzen sehr gut. Reiner ist kein Patriarch alter Schule – er pflegt den Teamgedanken sehr intensiv. Deshalb bin ich unbesorgt.
Reiner Götzen: Jemanden am Unternehmen zu beteiligen, der nicht zur Familie gehört, ist für uns ein großer Schritt. Aber einer in die richtige Richtung. Zur Weiterentwicklung brauchen wir Unternehmer im Unternehmen, die eigenständig und schnell Entscheidungen treffen – eine Beschreibung, die auf Robert Bambach und seine neue Rolle sehr gut passt.
Wie geht es weiter?
Reiner Götzen: Neben der erwähnten Expansion in andere Standorte setzen wir unsere Strategie fort, auch nach dem Exit mit unseren Projekten verbunden zu bleiben. Wir möchten bauen und verwalten. Und wir möchten neue Services anbieten, unter anderem auf Basis des von meinem Sohn Thomas entwickelten digitalen Quartiersmanagements. Wir haben nicht nur eine hohe analoge Kompetenz im Haus, sondern auch eigene Programmierer. Mit dieser an der „Industrie 4.0“ ausgerichteten Strategie erschließen wir neue Geschäftsfelder.
Interview: Christof Hardebusch.
Dieses Interview ist zuerst in der Ausgabe 3-2017 von immobilienmanager erschienen.
