Umfrage von CBRE in ganz Europa: Bei Industrie-Logistikern ist Deutschland besonders beliebt.
Europas Logistiknutzer wollen vor allem in Deutschland weiter expandieren. Von 20 Prozent der Befragten der ersten europaweiten Umfrage des globalen Immobiliendienstleisters CBRE wurde Deutschland als der zweitwichtigste Expansionsmarkt nach Frankreich und vor Belgien und Spanien genannt. Bei der Branche Produktion landete Deutschland hinsichtlich der Logistiknachfrage sogar auf Platz eins. CBRE führte die Umfrage in Zusammenarbeit mit Analytiqa durch und befragte mehr als 100 der größten europäischen Logistiknutzer mit einer Gesamtfläche von mehr als 40 Millionen Quadratmetern in den Bereichen Produktion, Online- und stationärer Einzelhandel, Supermärkte und Logistikdienstleister.
„Für die Industrie sind vor allem reibungslos funktionierende Lieferketten entscheidend. Jüngst musste beispielsweise die Produktion im Automobilsektor gedrosselt werden, weil Computer-Chips nicht in ausreichender Menge verfügbar waren. Um derartige Ausfälle zu verhindern und die Produktion am Laufen zu halten, wird der Bedarf nach Zwischenlagern steigen“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.
Als wichtigste Folge der Coronapandemie wurde von 47 Prozent der Befragten der langfristige Bedarf an flexiblen Lagerflächen genannt. Zudem wollen 36 Prozent der Nutzer ihre Expansionspläne beschleunigen. Eine wachsende Bedeutung kommt der Citylogistik zu. 64 Prozent der Onlinehändler gaben an, dass die Expansion an urbanen Standorten jetzt eine hohe Priorität hat. Dieser Trend spiegelt sich in der Tatsache wider, dass die Lieferzeit zum Kunden weiterhin einer der wichtigsten Faktoren bei Standortentscheidungen ist.
Darüber hinaus glauben laut der Umfrage 50 Prozent der Online-Händler in Europa, dass sie als Folge des Brexits zusätzliche Logistikflächen in Großbritannien benötigen werden, und weitere 40 Prozent gehen davon aus, dass sie auch in der EU zusätzliche Flächen benötigen.
Als größte Herausforderungen für ihr Geschäft nannten die europäischen Logistiknutzer steigende Kosten (47 Prozent) und Arbeitskräftemangel (45 Prozent).
