Der Büroflächenleerstand in Europas Immobilienhochburgen sinkt auf den niedrigsten Stand seit 2008. Das Mietwachstum liegt deutlich über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt.
Die Büromärkte in Europa passen sich dem Klima an und laufen langsam heiß. Das Wachstum der Mieten liegt deutlich über den Durchschnittswerten der vergangenen fünf und auch zehn Jahre. Der Leerstand ist auf unter acht Prozent gesunken - eine Marke die zuletzt 2008 unterschritten wurde.
Laut der europäischen Büroimmobilienuhr von JLL wurde durch die solide Vermietungstätigkeit das höhere Fertigstellungsvolumen von Projektentwicklungen in den meisten Städten wieder aufgewogen. Daran dürfte sich auch bis Ende des Jahres nichts ändern, die Leerstandsquote also stabil bleiben.
Die wichtigsten Zahlen in der Übersicht:
1.Von den 24 Index-Städten verzeichneten laut JLL im Quartal elf ein Mietpreiswachstum , deutlich mehr als Anfang des Jahres (5). In zwei Märkten gingen die Mietpreise leicht zurück: Paris (-0,7 Prozent) und Warschau (-2,1 Prozent). Das europaweite Jahresplus von 2,1 Prozent übertrifft den Zehn-Jahresschnitt (1,2 Prozent) immer noch deutlich.
2. Ohne Großbritannien betrug das Mietpreiswachstum im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr 3,6 Prozent – für JLL ein Hinweis auch auf die zunehmenden Nutzeraktivitäten in Kontinentaleuropa.
3. Die fünf teuersten europäischen Bürostädte sind London Westend (1.348 Euro/m²/Jahr), London City (858 Euro/m²/Jahr), Genf, Paris (760 Euro/m²/Jahr) und Zürich.
4. Deutsche Standorte : In der Zwölf-Monats-Betrachtung konnten die Berliner Spitzenmieten um fast zehn Prozent zulegen, in Stuttgart ging es um mehr als sieben Prozent rauf, Hamburg und München verzeichneten ein Plus von jeweils vier Prozent. Keine Veränderung gab es in Köln und Düsseldorf, in beiden Rheinstädten verharrte die Spitzenmiete auf ihrem Vorjahresniveau.
5. Vermietungsvolumen in Deutschland: Limitierend auf potenzielle Flächenwechsel wirkt auch in den sieben deutschen Immobilienhochburgen immer stärker das Angebot, das sich in allen Städten weiter verknappt. Längst nicht alle Umzugspläne können also realisiert werden. Insofern ist der Rückgang im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in drei der sieben Märkte nichts Überraschendes. Die beiden Quartale 2017 summiert ergeben in den Big 7 ein Umsatzvolumen von 1,84 Millionen Quadratmetern, mit leichtem Rückgang von 0,8 Prozent auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres.
6. Vermietungsvolumen in Europa: Bleibt es bei der hohen Nachfrage auf den europäischen Märkten dürfte sich das Büro-Umsatzvolumen 2017 der Zwölf-Millionen-Quadratmeter-Marke nähern. Das wären dann bis zu sechs Prozent mehr als im Fünf- und Zehn-Jahresschnitt.
